Moira, eine attraktive, junge schwarze Frau, bereitet einen Dokumentarfilm über das Organ Haut vor. Der Dermatologe Gert Gerlach erklärt sich bereit, sie bei dem Projekt zu unterstützen. Sie geht bei ihm ein und aus, und der Arzt verliert rasch jede Distanz. So gerät Moira im Laufe ihrer Recherchen mehr und mehr in die Wirren des Privatlebens des alternden Gerlach und seiner krankhaft eifersüchtigen Frau. Der junge Arzt Viktor Weber will Gerlachs Praxis bei Köln übernehmen und freut sich auf ein harmonisches Leben mit seiner Freundin Klara, die ihm bald aus Frankfurt in die neue Heimat folgen soll. Doch auch das junge Paar schlittert ungewollt in Gerlachs Leben hinein und Klaras Umzug verzögert sich, während Moira sich von Anfang an stark zu Viktor hingezogen fühlt. Statt als objektive Beobachterin hinter der Kamera das Geschehen still zu kommentieren, dringt Moira in die Geschichte der beiden Paare ein und bringt sich damit selbst in Gefahr.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.02.2012
Das sollte es doch sein, das Ticket in die Loge der Alphaautorinnen der deutschen Literatur. Findet zumindest Daniela Strigl, die diesen "ziemlich anderen Ärzteroman" von Sylvie Schenk für so kühn wie witzig und für so spannend wie sprachlich präzise hält. Milieubeschreibung ist die Sache der Autorin ganz und gar, meint sie, jedenfalls, wenn es darum geht, die Verlogenheit bürgerlicher Ordnung darzustellen, hinter der natürlich ein dunkles Geheimnis lauert. Die Autorin, freut sich Strigl, behandelt ihren Stoff aus wechselnden Perspektiven und psychologisch geschult, und zwar als Dauerkriegszustand eines Ehepaars und als Versuch zweier Dermatologen, die eigene Haut zu retten.
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