Durch Zufall trifft Arnold Walter, ein Universitätsprofessor in Regensburg, seine Jugendliebe Katharina wieder. Beide sind längst verheiratet und haben sich, mehr oder weniger zufrieden, in ihren Leben eingerichtet. Bei Arnold löst die flüchtige Begegnung aber eine Obsession aus, und er setzt alles daran, Katharina wiederzusehen, weshalb er den Privatdetektiv Seisenbacher engagiert, sie zu finden. Während es Arnold auf diese Weise gelingt, den Kontakt mit Katharina wieder aufzunehmen, und eine zarte Affäre beginnt, wird er plötzlich erpresst. Ohne Katharina davon in Kenntnis zu setzen, macht Arnold sich auf, den Erpresser zu stellen, was für alle Beteiligten ungeahnte Konsequenzen mit sich bringt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.05.2012
Durchwachsen findet Sabine Brandt diesen Roman von Rudolf Habringer. Der Autor kann sich in ihren Augen nicht so recht entscheiden, was er denn eigentlich schreiben wollte: einen Krimi, einen Liebesroman oder doch einen Gesellschaftsroman? "Engel zweiter Ordnung" hat von allem etwas - nicht immer zum Vorteil des Werks, wie Brandt findet, zumal die Geschichte um einen verheirateten Universitätsprofessor, der ein Verhältnis mit seiner Schul- und Kindheitsliebe beginnt und dann von einem Privatdetektiv erpresst wird, nur langsam in die Fahrt kommt. Der Leser muss nach Ansicht Brandts eine Menge Geduld aufbringen und viel Geschwätz über sich ergehen lassen, bis er im letzten Drittel des Werks spannungsmäßig dann doch noch auf seine Kosten kommt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 31.05.2011
Anton Thuswaldner kann es eigentlich kaum fassen, was Rudolf Habringer in seinem Roman "Engel zweiter Ordnung" seinen Lesern zumutet. Der österreichische Autor lässt einen Germanisten, eine einsame Politikergattin und einen Detektiv in eine schicksalhafte Verstrickung geraten, was er in drei Kapiteln aus jeweils anderer, wenn auch bedauerlicherweise nicht wirklich abwechslungsreicher Perspektive erzählt, erfahren wir. Ziemlich schlimm findet es der Rezensent, dass er so unmittelbaren Einblick in die kalauernden, erotisch aufgeheizten und ziemlich flach gründelnden Gedankenassoziationen des Detektivs aufgenötigt bekommt. Dazu springt ihn allenthalben der "ernsthafte" Anspruch dieses Romans an, der sich offensichtlich und ambitioniert an der hohen Sprach- und Reflexionskunst der österreichischen Literatur orientiert. Insgesamt aber hält man hier lediglich eine "Männerfantasie" in Händen, meint der indignierte Rezensent.
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