Aus dem Englischen von Diana Feuerbach. Sommer 1820: Alexander Pusckin, auf dem Weg in die Verbannung, verliert beim euphorischen Bad im wilden Dnjepr bei Zaporoschje, einem langweiligen ukrainischen Nest, seinen wertvollen Türkisring und bekommt starkes Fieber. Neun Monate später gebärt die Wirtin des ihn beherbergenden Gasthauses ein Kind. 31. Dezember 1976, Zaporoschje: Die Familie Katz feiert in großer Runde Silvester, selbst die über Hemingway promovierende Alka hat den langen Weg aus Moskau auf sich genommen. Doch sie ist mal wieder enerviert ob der provinziellen Rückständigkeit ihrer Verwandten, einzig der schöne Schwarzmarktkaufmann Mark aus Odessa scheint sich abzuheben vom familiären Pöbel.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.02.2020
Rezensentin Christiane Pöhlmann warnt vor allerhand derben Zoten in Svetlana Lavochkinas Roman über die Ära Breschnew. Atmosphärisch treffend erzählt die Autorin laut Pöhlmann von Juden, Russen, Ukrainern, Kosaken und "Zigeunern" in Saporoschje am Dnepr und macht sich über die sozialistische Nomenklatura und Tristesse lustig. Für Pöhlmann farbenreich und unterhaltsam, wenngleich mitunter allzu zotig und in den Dialogen auch mal hölzern. Unter der derben Kruste aber entdeckt die Rezensentin sogar einen ernsthaften, zarten Subtext über geplatze Lebensträume in der Defizitwirtschaft.
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