Klappentext
Aus dem Lettischen von Lil Reif. Riga, Ende 2002, ein Kunststudent zieht in das Haus seines Urgroßvater im Stadtzentrum. Der Bau hat seinen früheren Glanz verloren, die alten, versoffenen Mieter leben darin, als hätte sich nichts geändert. Doch in Riga, in Lettland und der Welt ist vieles in Bewegung: Lettland bereitet sich auf den Beitritt zur EU und zur NATO vor, in der Altstadt treiben sich Skinhead-Banden herum… Künstler und Literaten der neuen Generation aber suchen wie zu allen Zeiten nach Wahrheit und Schönheit am Vorabend einer neuen Ära.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.05.2026
In Riga gibt es eine Straße, die umgangssprachlich "Freiheit" genannt wird, liest Kritikerin Christiane Pöhlmann, und dort wohnt der Protagonist von Svens Kuzmins Roman, der ebenfalls Svens heißt. Svens lebt um die Jahrtausendwende in einem Haus auf der Freiheit, das einst seinem Urgroßvater gehört hatte, dann aber von den Sowjets enteignet wurde und jetzt in fürchterlich stilloser Weise renoviert wird, schildert Pöhlmann. Svens bereitet sich auf seine Aufnahme an der Kunsthochschule vor, sinniert gemeinsam mit seinem Freund Egregors über Stil und über das Leben im Post-Sowjet-Lettland, erzählt plastisch, lässt aber laut Rezensentin auch manches im Unklaren. Insgesamt überzeugt sie aber der genaue, mal ironische, mal sehnsüchtige Blick auf die Dinge und die Fabulierlust, die der Autor etwa dann an den Tag legt, wenn es um die Legende des Familienschmucks geht, die wohl Bulgakow nachempfunden sein dürfte.
Kommentieren

