Viele Veteraninnen der deutschen Frauenbewegung klagen über den Mangel an Nachwuchs. Oft halten sie junge Frauen für egoistisch, naiv oder unpolitisch. Die Autorinnen, beide selbst Angehörige der jüngeren Generation, widerlegen dieses bequeme Vorurteil. Sie meinen: Die alte Frauenbewegung hat es versäumt, ihre Ideologie den Verhältnissen der Gegenwart anzupassen. Die beiden Autorinnen fragen nach neuen Formen weiblichen Engagements und lassen in Reportagen, Interviews und Protokollen Schülerinnen, junge Mütter und berufstätige Frauen, eine D-Jane, ausländische Mädchen und junge Politikerinnen zu Wort kommen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 13.10.1999
Hilal Sezgin bespricht recht flüssig und mit einigem Witz zwei Publikationen zur Lage der Frauen. Beide Bücher rechnen mit den Dogmen Frauenbewegung der 70er und 80er Jahre ab, die in der Sicht der Autorinnen von einer völlig verzerrten Weltsicht, Hysterie und Puritanismus gekennzeichnet war.
1) Elisabeth Fox-Genevese: " Ich bin keine Feministin, aber..."
Dass die amerikanische Historikerin Elisabeth Fox-Genevese in ihrem Buch gegen jeden Stachel löckt, kann Sezgin zwar würdigen, sie vermisst jedoch analytische Schärfe. Zudem, hält sie Fox-Geneveses kritische Reflexionen für recht unelegant verwoben mit Lebensberichten verschiedenster Frauen, die bisweilen auch noch ziemlich oberflächlich kommentiert würden.
2) Susanne Weingarten/Marianne Wellershoff: "Die widerspenstigen Töchter"
Die beiden Spiegel-Redakteurinnen Weingarten und Wellershoff dagegen zeigen sich in ihren Frauenporträts nach Sezgins Meinung zu sehr von der Spaß- und Do-it-Fraktion der Girlies beeindruckt. In ihrer vorsichtigen Rede von "Benachteiligung" und "verstecktem Sexismus", drücken sie sich dann um die Frage nach einem politische Zusammenhang herum, meint Sezgin.
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