Susanne Schmetkamp

Respekt und Anerkennung

Cover: Respekt und Anerkennung
Mentis Verlag, Münster 2012
ISBN 9783897857315
Broschiert, 239 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Ob es um den Kopftuchstreit geht oder um die Bedeutung von anständig bezahlter Arbeit, um die Pflichten gegenüber Armen oder um den Umgang mit Tieren und der Natur: 'Respekt' und 'Anerkennung' gehören zu den wichtigsten moralischen Begriffen unserer Zeit. In allen Fällen geht es grundlegend um die Frage, was Menschen einander und anderen Lebewesen moralisch schulden und warum. Allerdings ist in der philosophischen Diskussion vielfach unklar, was die Begriffe jeweils bedeuten und ob sie konzeptionell zusammenpassen. Es ist daher ein Anliegen dieses Buches, die Begriffe grundlegend zu klären, eine vermeintliche Konkurrenz aufzulösen und beide Prinzipien in eine Konzeption zu integrieren. Berücksichtigt man dann noch die Wichtigkeit von verwandten moralischen Einstellungen wie Toleranz, Rücksicht und Mitgefühl, so entsteht ein multikriterielles Ethikmodell, welches auf die Herausforderungen unserer pluralen und multikulturellen Gesellschaften antwortet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.07.2012

In "Respekt und Anerkennung" versucht Susanne Schmetkamp, Axel Honneths Theorie der Anerkennung zu erweitern, erklärt Gerd Schrader, der ebenfalls mehrere von Honneths Büchern rezensiert hat. Die Autorin sei eine Vertreterin der Tugendethik, die in den letzten Jahren wieder zunehmend an Popularität gewonnen habe. Im Gegensatz zu anderen Moralvorstellungen messe diese Ethik der Herausbildung eines moralischen Charakters besondere Bedeutung bei. Im Zentrum dieses anspruchsvollen Unterfangens stehe bei Schmetkamp - wie bei Honneth - die Anerkennung. Der Autorin kommen bei Honneth allerdings die besonderen Bedürfnisse mancher Menschen zu kurz, zum Beispiel jene von behinderten Menschen. Außerdem sehe sie einen größeren Antagonismus zwischen notwendiger Integration und Destruktion von Ansprüchen Einzelner und der Gemeinschaft. Schrader findet die Einwände Schmetkamps zwar berechtigt, findet bei ihr aber keine wirklichen Lösungsvorschläge für die von ihr angeführten Probleme. Solche Lösungen müssen in der Philosophie und im Alltagsleben immer aufs Neue ausgehandelt werden, schließt der Rezensent.
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