Susanne Fröhlich

Familienpackung

Roman
Cover: Familienpackung
Krüger Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783810506641
Gebunden, 250 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

"Ich will doch nur mal eine Stunde für mich, mehr nicht", stöhnt Andrea Schnidt, mittlerweile Mutter von zwei selbstbewussten Kindern, stolze Besitzerin eines Reihenmittelhauses und nun auch zur Beruhigung der Verwandtschaft mit dem Kindsvater Christoph verheiratet. Zwischen gut gemeinten Ratschlägen von Mutter und Schwiegermutter und aufmunternden Anrufen von Freundinnen - "Lass uns doch mal wieder ausgehen, so ganz wie früher" - schlägt sich Andrea tapfer durch den alltäglichen Wahnsinn.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.10.2005

Stephan Maus muss sich nach der Lektüre von Susanne Fröhlichs Buch mächtig abreagieren. Seine Besprechung ist einziger assoziativer Monolog, der sich ohne Punkt und Komma und mit viele Irrwegen von der neuen Frisur der Autorin über den persönlichen Feng-Shui-Berater ganz langsam bis zum Buch vorarbeitet. Das "Dingsda, äh Buch" handelt laut Maus davon, wie man "Kinder, Küche und Karriere" mit "Spaß, Spitzenfigur und Supersex" vereinbart. Maus will und kann das alles nicht ernst nehmen. Das merkt man jeder Zeile an. "Hey Sanne, altes Brabbel-Ich! Wie geil ist das denn?" Bitterböse fertigt der Rezensent Fröhlich ab, lobt mit triefender Ironie die sorgfältige sprachliche Überarbeitung und wünscht sich, mittlerweile im Sarkasmus schwimmend, noch mehr davon.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.09.2005

Ein paar Nummern zu überdreht wirkt Susanne Fröhlichs neuer Hausfrauenroman "Familienpackung" auf Rezensent Martin Schneider. Als "Hera Lind auf Ecstasy" charakterisiert er dementsprechend das Buch, in dem es auf 250 Seiten derart "veronafeldbuschartig" gackere, quake und quieke, dass man unweigerlich zur Kopfschmerztablette greife. Süffisant beschreibt Schneider das poetologische Verfahren der Autorin beim Verfertigen ihrer Romane: "Sie stellt sich eine normale Hausfrau vor, bevor sie Verstand und Zurechnungsfähigkeit subtrahiert." Literarisch gibt das Ganze seines Erachtens nicht allzu viel her: Bei den absurden Anekdoten aus dem Leben der Hausfrau und Mutter Andrea Schnidt kann Schneider keine "erkennbare Dramaturgie" ausfindig machen, ihre Bildersprache entlehne die Autorin vor allem der Werbung. Den Erfolg des Buchs (Platz 3 der Bestsellerlisten) erklärt er damit, dass Fröhlich alle Hausfrauenklischees genüsslich auseinander nehme. "Doch Fröhlich suhlt sich nur im Schlammbad überkommener Klischees", resümiert der Rezensent. "Ihr 'Roman' hat nicht die Kraft, diese Klischees zu hinterfragen oder gar zu durchbrechen."

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.08.2005

Nach der Lektüre des neuen Romans von Susanne Fröhlich weiß Ursula März: Nicht allein lebende Karrierefrauen sind schuld am Geschlechterkampf, sondern Hausfrauen! Denn bei jenen sieht sie die "Fackel weiblicher Anarchie" brennen, genau wie bei der Protagonistin des Fortsetzungsromans von "Frisch gemacht!". Andrea Schmidt ist allein erziehende Mutter zweier Kinder, denkt ständig an Sex und hat ein Talent dafür, in unangenehme Situationen zu gelangen. Die Rezensentin resümiert knapp: "Triebstau und kompensatorische Entladung" und wundert sich über die "manisch-harmlosen" Frauen in diesem Buch. Ihrer Meinung nach liegt die Stärke des Romans in der Forciertheit und der Turbulenzkomik, die sie an Erzähltechniken der Screwball-Comedy erinnern und durchaus dem Zeitgeist entsprechen. Richtig anfreunden kann sich März aber nicht mit den "Desperate Housewives" und warnt vor "rhetorischer und dramaturgischer Überdrehtheit".
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