Piper Verlag, München 2026
ISBN
9783492075046 Gebunden, 576 Seiten, 28,00
EUR
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Tanja Handels und Katharina Martl. Ein Mädchen am Strand, ein Licht im Dunkeln - und ein Vater, der nie zurückkehrt. Als die zehnjährige Louisa nach einem Spaziergang mit ihrem Vater allein an der Westküste Japans entdeckt wird, scheint zunächst festzustehen: Serk ist ertrunken. Louisa und ihre Mutter Anne werden Jahre und Jahrzehnte brauchen, um die Geschichte des Vaters zu ergründen und ihn wiederzufinden. Als Sohn koreanischer Flüchtlinge in Japan aufgewachsen, setzte Serk alles daran, seine Herkunft hinter sich zu lassen und sich in Amerika ein neues Leben aufzubauen. Bis die Vergangenheit ihn einholt und seine Familie zerreißt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.10.2026
Rezensentin Susanne Klingenstein ist dankbar, dass der sechste Roman der Amerikanerin Susan Choi zumindest in den Nebenfiguren "winzige Inseln entspannter Güte" bietet. Denn die Geschichte einer Familie von "Zainichi", also in Japan lebenden Koreanern, ist von derart "kalter, bewusst peinigender Gemeinheit", dass die Kritikerin mitunter schlucken muss. Dennoch findet sie meisterhaft, wie Choi in ihrem exzellent übersetzten Roman über Jahrzehnte und Ländergrenzen hinweg von der Entfremdung innerhalb einer Familie erzählt, der von Krankheit, Kontrolle, Demütigung bis hin zum Verschwinden von Familienmitgliedern nicht erspart bleibt. Zum Ende allerdings "zerfällt" der Roman und läuft auf ein recht langweiliges Finale hinaus, räumt die Rezensentin ein.
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