Klappentext
Aus dem Englischen von Asal Dardan und mit einem Vorwort von Gilda Sahebi. "'Hast du Angst, dass es Krieg geben wird?', fragte ich.'Nein', antwortete er, 'ich habe Angst, dass das Leben genauso weitergehen wird wie vorher.'"Der Himmel über Teheran ist schwarz. Der US-israelische Krieg hat begonnen, es regnet Öl, unter den Trümmern liegen Leichen. Der Oberste Führer Chamenei ist tot. Die Menschen singen und tanzen an den Gräbern ihrer Toten - ein Zeichen des Widerstands. Was bedeutet es, in einem Zustand der Belagerung zu leben? Wo Unterdrückung und die totale Angst zum Alltag gehören? Wie kann trotz Blackouts und Internetsperre eine Botschaft nach außen dringen? Raha Nik-Andish, ein ganz gewöhnlicher Einwohner Teherans, dokumentiert das Leben im Iran in den Monaten und Tagen vor dem Kriegsausbruch und währenddessen. Dieses seltene Porträt aus dem Innern der Hauptstadt der Islamischen Republik zeigt ein Regime und eine Gesellschaft am Kipppunkt: die brutal niedergeschlagenen Massenproteste, die leeren Taxis, die durch die Stadt kreisen, die verbarrikadierten Fenster, die Menschen, die sich auf noch mehr Entbehrungen vorbereiten.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.06.2026
Rezensent Raphael Geiger hat ein Buch in die Finger bekommen, dass es eigentlich gar nicht geben dürfte, eine Art Kassiber aus dem Iran von heute, auf unergründlichen Wegen nach Deutschland gelangt und übersetzt von Asal Dardan. Unter dem Pseudonym Raha Nik-Andish schreibt hier ein als Fahrer arbeitender Akademiker über die jüngste Vergangenheit in seiner Stadt Teheran, über die Massaker der Regierung und den Krieg, über das tägliche Sterben der Menschen, das Leben ohne Internet und über die Abstumpfung. Die Chronik schlägt Geiger sofort in ihren Bann. Am liebsten möchte er nur zitieren. So werden die Dinge konkret, die wir eigentlich nur vom Hörensagen kennen. Ein "Ausbruch" aus der Stummheit, die das Regime seinem Volk aufgezwungen hat, mein der Kritiker beindruckt, der nach der Lektüre beinahe den Eindruck hat, den Autor persönlich zu kennen.
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