Stine Pilgaard

Lieder aller Lebenslagen

Roman
Cover: Lieder aller Lebenslagen
Kanon Verlag, Berlin 2023
ISBN 9783985680887
Gebunden, 208 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Aus dem Dänischen von Hannes Langendörfer. Ein Genossenschaftshaus, vier Generationen unter einem Dach. Mie ist erste Vorsitzende und dirigiert das Plenum. Lasse und Louise gibt's nur im Doppelpack. Lisa lebt im Mittelalter, ihre Tochter Gudrun will lieber einen neuen Vornamen. In Elizabeth brodelt ein Vulkan, Agis trinkt fünf Ouzos hintereinander, Lotte schwärmt für Agis und nicht für seine Verlobte - und Oma und Ruth sind das Liebespaar des Jahrhunderts. Als sich herumspricht, dass die Ich-Erzählerin ein Talent zum Dichten hat, stehen sie alle Schlange, um der Neuzugezogenen ihre Geschichten zu erzählen. Mit ihren Liedern und Horoskopen schenkt sie den Hausbewohnern den feinen, roten Faden, der ihren Leben und Schicksalsschlägen den ersehnten Sinn verleiht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.01.2024

Wunderbar antiideologisch ist Stine Pilgaards von Hannes Langendörfer sehr gut übersetztes Buch, in dem eine Ich-Erzählerin, die Schriftstellerin werden will, aber vorläufig noch lediglich Gelegenheitsdichter ist und eine geschlechtslose zweite Person in eine WG mit allerhand skurrilem Personal einziehen, lobt Rezensent Peter Urban-Halle. Nicht die Handlung stehe dabei im Vordergrund, sondern Anekdoten aus dem Leben des Personals. In die Fallen der Identitätspolitik geht das Buch nie, freut sich Urban-Halle. Und dass Pilgaard Lebensfreude statt Untergangsstimmung verbreitet, Pop mit Hochkultur verbindet und sich auf Ironie versteht, gefällt ihm noch besser.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 10.01.2024

Rezensent Peter Urban-Halle verspürt die Lust am Dasein in diesem Buch der Dänin Stine Pilgaard, das ihn in eine Hausgemeinschaft mit allerhand kuriosen Bewohnern führt. Er begegnet der halbtauben Rollatorfahrerin Ruth und ihrer Lebensgefährtin, der cholerischen, kettenrauchenden Elizabeth, Lisa, die in isländischen Sagas versinkt oder Lotte, der leicht autistischen Weltverbesserin. Pilgaards Idee, die Geschichte durch zwölf Horoskope und 24 "Lieder" anzuordnen, die den Lesern einiges über die Bewohner verraten, gefällt dem Rezensenten. Vor allem aber lobt er den Verzicht auf jegliche Ideologie und Identitätspolitik.
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