Stephen King

Die Arena

Roman
Cover: Die Arena
Heyne Verlag, München 2009
ISBN 9783453266285
Gebunden, 1280 Seiten, 26,95 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Wulf Bergner. An einem ganz normalen schönen Herbsttag wird die Stadt Chester's Mill plötzlich auf unerklärliche Weise durch ein unsichtbares Kraftfeld vom Rest der Welt abgeriegelt. Flugzeuge zerschellen daran und fallen als brennende Trümmer vom Himmel, einem Gärtner wird beim Herabsausen "der Kuppel" die Hand abgehauen, Tiere werden zweigeteilt, Menschen, die gerade in Nachbarorten unterwegs sind, werden von ihren Familien getrennt, und Autos explodieren, wenn sie auf die mysteriöse Barriere prallen. Es ist allen ein Rätsel, worum es sich bei dieser unsichtbaren Wand handelt, wo sie herkommt und wann - falls überhaupt - sie wieder verschwindet. Es gibt kein Entrinnen - und je mehr die Vorräte zur Neige gehen, desto stärker tobt der bestialische Kampf ums Überleben in dieser unerwünschten Arena ...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.03.2010

Jan Füchtjohann hat sich Stephen Kings neuen Roman "Arena" vorgenommen, dessen Ausgangssituation er schon mal nicht besonders originell findet: Von einem Ort, der plötzlich aus unerfindlichen Gründen durch eine undurchdringbare Kuppel von der Außenwelt abgeschnitten ist, hat man schon öfter gelesen, erinnert er sich. Das geht aber für einen Bestsellerautor in Ordnung, befindet der Rezensent, zumal King sich "avantgardistischer" Erzähltechniken bediene, indem er Versatzstücke der Popkultur verwende. Der Rezensent sieht aktuelle Themen angepackt, wie Umweltproblematik, Ressourcenknappheit und politischen Konservatismus, ihm fällt allerdings der "Hass" auf, mit dem King gegen religiösen Fundamentalismus und ökologisches Augenverschließen wettert. Darin schließlich diagnostiziert Füchtjohann den "Zorn des Marktes", der sich über die Behinderung in seinem "Wunsch zur Durchdringung" entlädt und er erkennt dahinter die "Fratze" des Autors selbst.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 09.01.2010

Rezensent Jörg Sundermeier beklagt sich bitter über den Umgang mit diesem großartigen Autor. Dass Stephen Kings Texte so schäbig lektoriert und übersetzt werden, schiebt er auf die Geldgier der Verlage, die vorhersehbare Bestseller so schnell wie möglich auf dem Markt haben wollen. Dem Lesevergnügen mit diesem Roman, in dem King Amerika unter eine Käseglocke setzt, konnte das allerdings nicht allzu viel anhaben, wenn wir Sundermeier zuhören. Ebenso wenig der Umstand, dass King für den Rezensenten eher zu den konventionellen, geradlinig erzählenden Autoren vom Schlag Rosamunde Pilchers oder Uwe Tellkamp gehört. Dennoch hat er King mit großem Vergnügen gelesen. Für Sundermeier liegt das zum einen an Kings kritischem Verhältnis gegenüber den Zuständen in seinem Land, zum anderen liegt es schlicht am literarischen Können des Autors, das weder Nebenfiguren vernachlässigt noch den Text mit Überflüssigem beschwert. Eine spannende Parabel, die für Sundermeier einmal mehr die große Souveränität dieses Autors bezeugt.
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