Aus dem Amerikanischen von Martin Richter. Wie kann es sein, dass eine große Nation in die Hände eines Tyrannen fällt? Warum akzeptieren die Menschen die Lügen eines Mannes, der ihrem Land so offensichtlich schadet? Und gibt es eine Chance, den Tyrannen zu stoppen, ehe es zu spät ist? In seinen Dramen - von "Richard III." bis "Julius Cäsar" - hat sich William Shakespeare immer wieder mit diesen Fragen beschäftigt und vom Aufstieg der Tyrannen, von ihrer Herrschaft und ihrem Niedergang erzählt. Stephen Greenblatt, einer der renommiertesten Shakespeare-Experten unserer Zeit, zeigt uns, wie präzise und anschaulich der Dichter aus Stratford das Wesen der Tyrannei eingefangen hat - und wie erschreckend aktuell uns dies heute erscheint.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.10.2018
Rezensent Thomas Steinfeld kann diesem Band des Literaturwissenschaftlers Stephen Greenblatt nicht viel abgewinnen. Wenn Greenblatt hier anhand von Shakespeares Stücken wie "Richard III.", "Heinrich IV.", "Macbeth" und anderen eine Typologie der Tyrannen zu entwickeln versucht, um die Trump-Wahl zu erklären, kann der Kritiker beim besten Willen keinen Mehrwert darin erkennen. Einzelne interessante Erkenntnisse über die Dynamik der Gefolgschaft von Tyrannen in Shakespeares Werken nimmt Steinfeld zwar durchaus mit, Greenblatts Versuch, Analogien zu Trump herzustellen, erscheinen dem Rezensenten aber zu gewollt: Diese Form von "schlichtem Biografismus" hilft weder der Auseinandersetzung mit Populismus noch der Literaturgeschichte, meint er.
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