Stephan Valentin

Der Ameisenfeind

Roman
Pfefferkorn Verlag, Heidelberg 2000
ISBN 9783980729833
Gebunden, 144 Seiten, 14,78 EUR

Klappentext

Ein trostloses Kaff auf dem Lande, brütend unter sommerlicher Hitze. Hier kommt Jonas, ein kleiner Junge, mit seiner Mutter nach fluchtartiger Reise an. Das Heimatdorf ist nicht das erhoffte Refugium: Die bigotten Einheimischen verbergen ihre Ablehnung nicht; die Großmutter ignoriert Jonas schlichtweg. Auch die eifersüchtig geliebte Mutter entgleitet Jonas immer mehr. Seine Enttäuschungen lassen Jonas ins Fiktive fliehen. Frustration und Verzweiflung brechen immer häufiger in Aggressionen aus ihm heraus. Als dann die frühreife Sarah mit den drei Zöpfen Jonas zu einer gefährlichen Aktion überredet, wird ihre Rache an der Erwachsenenwelt aufs Furchtbarste vergolten. Die Handlung ungebrochen aus kindlicher Perspektive geschildert. Gerade das für das Kind Unbegreifliche, Unausgesprochene, lässt sich dabei zwischen den Zeilen erahnen, und wenn Jonas dem auf ihm lastenden Druck mit sadistischen Versuchen an Insekten Luft macht, dann wird dies auf subtile Weise zum Spiegel der weitaus beängstigenderen Grausamkeit der Erwachsenen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.02.2001

Der Rezensent mit dem Kürzel "masa" zeigt sich ausgesprochen beeindruckt von diesem Buch, in dem es um ein sadistisches Kind geht, dass sogar schließlich einen Mord begeht. Besonders die Tatsache, dass der Autor diese Geschichte "in einem derb-ordinären inneren Monolog" erzählt, macht das Buch aus der Sicht des Rezensenten so fesselnd. "Kein idyllischer Satz bricht aus dieser gequälten, mitleidlosen Kinderpsyche heraus", bemerkt "masa" gleichermaßen geschockt wie fasziniert. Der Autor selbst ist Psychologe, lässt der Rezensent den Leser wissen. Um einen authentischen Fall handele es sich hier allerdings nicht. Insgesamt ein "aufrüttelndes" Buch, so "masa".
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de