Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2026
ISBN
9783462005462 Gebunden, 288 Seiten, 23,00
EUR
Klappentext
Aus dem Arabischen von Larissa Bender. In einem kleinen Dorf im südlichen Sudan wächst Lucy unter dem abfälligen Namen "Irinu" auf, den ihre Mutter Eddo ihr gab, um den Tod abzuschrecken. Als Eddo stirbt, heiratet Lucy Marco und flieht mit ihm vor dem Krieg in den Norden des Sudans, nach Khartum. Dort wohnen sie bei Freunden, doch die politischen Unruhen des Landes holen sie auch in der Stadt ein und bedrohen ihre neue Heimat. Ein Roman, der die enormen Unterschiede zwischen Stadt und Land, zwischen den Geschlechtern und den Religionen in einem von Gewalt geprägten Land erzählt.
Nichts für schwache Nerven ist, was Stella Gaitano hier schreibt, meint Rezensent Dirk Fuhrig. Der raue Alltag im Sudan, Heimat der Autorin und Ort der Handlung, wird ohne jede Beschönigung beschrieben. Im Zentrum des Handlung stehen die Mitglieder zweier Großfamilien, die Erzählperspektive wechselt von Kapitel zu Kapitel. Besonders die Frauen sehen sich immer wieder mit der Frage konfrontiert, ob sie beruflich vorankommen oder eine Familie gründen wollen. Die junge Lucy, die sich für eine moderne, städtische Lebensweise entscheidet, hadern immer wieder mit ihrem eigenen Lebensstil. Das alles liest sich "feinfühlig und differenziert", findet Fuhrig, zumindest solange Gaitano persönliche Schicksale schildert. Einschübe, die die politische Entwicklung des Sudans thematisieren, sind hingegen etwas spröde geraten, kritisiert der Rezensent, der insgesamt freilich gleichwohl einen "fesselnden Roman" liest.
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