Stefan Scheil zeichnet die Eskalation des Krieges 1940/41 nach, den Krieg gegen Deutschland. Das große tödliche Spiel, die deutsche, englische, amerikanische und sowjetische Kriegspolitik, die ihr jeweils zugrunde liegenden Interessen und Motive stehen im Mittelpunkt seiner Untersuchungen. Der vorliegende Band stützt sich auf neu erschlossenes Archivmaterial und die Befragung von Zeitzeugen. Darüber hinaus werden aber auch seit längerem bekannte, jedoch in Vergessenheit geratene oder unterdrückte Quellen neu durchdacht und interpretiert und in eine Gesamtdarstellung eingearbeitet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.06.2006
Schlicht abstrus findet Rolf-Dieter Müller diese Arbeit Stefan Scheils, die Hitler als gescheiterten Friedensengel präsentiert. Die Thesen des Buchs, in dem Nazi-Deutschland als Friedensmacht auftritt, die Opfer machtpolitischer Ränkespiele der ganzen Staatenwelt wurde, verweist Müller ins Reich der Legenden. Generell hält er dem Autor vor, sich nur auf Quellen und historische Vorgänge zu konzentrieren, die sich in seinem Sinne interpretieren lassen, und alle anderen zu ignorieren. Vor allem stütze er sich auf Zitate von Hitler, Goebbels und Ribbentrop. Eine Auseinandersetzung mit dem Forschungsstand sowie eine Kontextualisierung kann Müller dagegen nicht erkennen. Insgesamt scheint es ihm doch verwunderlich, dass dieses Buch überhaupt in einem ernstzunehmenden Verlag erscheinen konnte.
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