Stefan Fischer (Hg.)

Hieronymus Bosch

Das vollständige Werk
Cover: Hieronymus Bosch
Taschen Verlag, Köln 2013
ISBN 9783836526289
Gebunden, 300 Seiten, 99,99 EUR

Klappentext

Hieronymus Bosch (um 1450-1516) galt in der Kunstgeschichte lange als "Der Fall Bosch" so recht wusste man nichts mit ihm anzufangen. Ein paar hundert Jahre lang war er sogar ganz vergessen, biografische Informationen gibt es kaum, und sein Werk passt eigentlich nicht so recht in seine Zeit. Die Malerei der Spätgotik und frühen Renaissance fand eher Gefallen am Realismus und der Anmut, Bosch hingegen ließ eine groteske Höllenbrut auf den Betrachter los: abscheuliche Hybridwesen aus Mensch und Tier, bucklige Dämonen, Kreaturen mit Vogelleibern und Brillen, seltsame Baummenschen und andere bizarre Gestalten, für die Bosch, wie man heute weiß, kaum auf Vorbilder aus der Mythologie hatte zurückgreifen können. Sie alle werden losgelassen auf Menschen, die freudlose Orgien in einer Albtraumkulisse feiern.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.03.2014

Den von Stefan Fischer herausgegebenen Prachtband findet Christian Thomas in mehrfacher Hinsicht phänomenal. Da ist zum einen das schiere Gewicht, das ein Pult nötig macht, wie der Rezensent feststellt. Dann die Pracht der großformatigen Abbildungen. Und dann, nicht zuletzt, die Chance für den Betrachter und Leser, Hieronymus Bosch neu zu erleben. Nicht etwa als Freigeist, sondern, wie Fischer dem Rezensenten auseinandersetzt, als theologisch genau kalkulierenden Erzähler des Sündenfalls. Für Thomas weitet sich damit ein neuer, niemals einseitiger, sondern höchst vielschichtiger Horizont über dem Wimmeluniversum.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2014

Alles, was es zu Hieronymus Bosch zu wissen gibt, weiß der Autor und schreibt es in diesen Band, versichert uns Andreas Platthaus. Dass der Kunsthistoriker Stefan Fischer mit diesem Mammutband auch kunstgeschichtlich neue Standards setzt, daran hat Platthaus gar keinen Zweifel - was umso bemerkenswerter ist, als der Band vorrangig "als Augenschmaus konzipiert" ist. Wenn das Werk dabei auf nur 20 Gemälde und 8 Zeichnungen zusammenschrumpft, ist das zwar hart, aber notwendig, findet Platthaus, der das letzte aufwendige Bosch-Werkverzeichnis von Rosemarie Schuder nur mit Naserümpfen erwähnt. Nun also hat Platthaus, was er sich wünscht: reiche Bild-Kommentare, Quellenverlässlichkeit, kurz, profunde Wissenschaftlichkeit gepaart mit spektakulärer optischer Präsentation. Wenn sich der Verleger da protzig mit ins Bild schiebt, ist das für den Rezensenten schon okay. Schade nur, meint Platthaus, das ausgerechnet der "Garten der Lüste" im Band so viele Falten hat.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.02.2014

Burkhard Müller ist fassungslos begeistert von dieser Prachtedition. So nah war ihm der Garten der Lüste nie, und nie war ihm Hieronymus Bosch als Maler so nah, nicht mal im Museum. Das liegt am großzügigen Zuschnitt der Bildtafeln, auf denen Müller nun die Gestalten in beinahe tatsächlicher Größe vor sich hat, die kühne Bildkomposition erkennt, den Witz und die sinnliche Anmut des Ganzen. Von den (homo-)erotischen Details ganz zu schweigen. Stefan Fischers Text schafft es laut Müller, Bosch im Kontext seiner Zeit zu verorten und knapp die Forschung zu referieren. Die deutliche Wertung durch Auswahl und Arrangement stört ihn nicht. Ein wenig höchstens macht ihm zu schaffen, dass Bild und Text so weit auseinanderliegen. So schaut sein Exemplar bald aus wie eine alte Straßenkarte.
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