Stefan Creuzberger, Hélène Miard-Delacroix, Andreas Wirsching
Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1994

De Gruyter Oldenbourg Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783111636276
Gebunden, 1736 Seiten, 154,95 EUR
ISBN 9783111636276
Gebunden, 1736 Seiten, 154,95 EUR
Klappentext
Auf der Gratwanderung zwischen den Beitrittswünschen mitteleuropäischer Staaten und der Rücksichtnahme auf Russland fiel 1994 die Entscheidung für eine NATO-Osterweiterung. Während sich im Konflikt um Bosnien-Herzegowina die militärische Lage durch Angriffe auf UN-Schutzzonen verschärfte, gelangen in der EU wichtige Weichenstellungen in der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik sowie bei der Vorbereitung der Wirtschafts- und Währungsunion.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.01.2026
Was man nicht alles aus den nun freigegebenen Akten zur Außenpolitik Deutschlands des Jahres 1994 über unsere Gegenwart lernen kann, staunt Rezensent Frank Bösch. Denn die nach 30 Jahren Historikern zugänglichen und auf diesem Weg hier von Andreas Wirsching, Stefan Creuzberger und Hélène Miard-Delacroix herausgegebenen Gesprächsnotizen und anderen Dokumente enthalten viel Aufschlussreiches zu Themen wie Ukraine, China und auch Gaza. Im Zentrum der Besprechung stehen die Aufzeichnungen zur Ukraine, zur Sprache kommt etwa, dass Putin schon damals Ansprüche auf die Krim erhob, außerdem lernt man etwas über die zögerliche Haltung der deutschen Bundesregierung zur NATO-Osterweiterung. Oder auch darüber, dass Kohl im Kontakt mit China Menschenrechte eher nebenbei ansprach, während Außenminister Kinkel in dieser Hinsicht deutlich konkreter wurde. Als zögerlich empfindet Bösch nach der anregenden Lektüre die damalige Haltung der Bundesregierung zu diversen geopolitischen Fragen - das könnte, vermutet er, mit der Last der NS-Geschichte zu tun haben.
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