Stefan Busch

Über den Sex, den Romane verschweigen

Cover: Über den Sex, den Romane verschweigen
Dittrich Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783910732506
Broschiert, 176 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Wenn Romane vom Sex der Liebenden nicht explizit erzählen, füllt die Vorstellungskraft des im Leben und Lesen erfahrenen Publikums die Lücken. Einst durften Autoren wie Flaubert und Fontane nichts zeigen, sie fanden aber Wege, die verbotenen Akte vor aller Augen geschehen zu lassen. Und heute, wo anything goes gilt und das Angebot an erotischen Bildern reichlich ist? Auf welche Spiele mit der Liebe einigen sich aktuelle Romane mit ihren Leserinnen und Lesern? Wie funktionierte Homers Beschreibung von Odysseus' Abenteuern auf den "Lagern der Liebe", und was hat es auf sich mit dem Phänomen der "Sexbeschreibungsverweigerung" in der Gegenwartsliteratur, in der Peter Handke als Haupt- und Totalverweigerer agiert? Dieser schwungvolle Essay betrachtet das Spiel und seine Regeln mit Witz und unterhaltsamen Seitenblicken auf die Weltliteratur.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2025

Oliver Jungen freut sich, dass Stefan Busch sich eines so spannenden wie versteckten Themas annimmt - Sex in der Literatur. Dass weniger hier mehr ist, nicht weniger Sex, aber weniger explizite Beschreibung, so die Quintessenz des Buches, ahnte Jungen zwar schon, doch so leicht und "sinnenfroh", wie vom Autor mit Texten von Homer bis Handke dargebracht, liest Jungen es gern noch einmal schwarz auf weiß. Der Autor widmet sich vor allem dem späten 19. Jahrhundert mit Flaubert und Fontane und gelangt schließlich zur Erkenntnis, dass sich an der Verschleierung des Koitus im Roman bis heute wenig geändert hat. Gut so, findet Jungen.
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