Simone Nieweg

Landschaften und Gartenstücke

Fotografien
Cover: Landschaften und Gartenstücke
Schirmer und Mosel Verlag, München 2002
ISBN 9783829600408
Gebunden, 144 Seiten, 49,80 EUR

Klappentext

Mit einleitenden Texten von Els Barents, Saskia Asser und Andrea Domesle. Mit 71 Farbtafeln. Zu den Ausstellungen im Huis Marseille, Amsterdam, in der Brotfabrik Galerie, Berlin 2002 und im Siegerlandmuseum, Ausstellungsforum Haus Oranienstraße, Siegen, 2003. Simone Nieweg, 1962 geboren, gehört zur zweiten Generation der Becher-Schüler an der Düsseldorfer Kunstakademie. Anders als ihre Vorgänger, die mit den großen Themen der Kunstgeschichte - Porträt, Architektur und Interieurs - die internationale Fotoszene eroberten, hat sie sich einem Motiv zugewandt, das unspektakulär, wenn nicht gar provinziell zu sein scheint. Ihre Vorliebe gilt den Kleingartenanlagen am Rand von Großstädten, meist des Ruhrgebiets, und all den Erzeugnissen, die Hobby- und Freizeitgärtner auf kleinstem Raum anpflanzen und großziehen, manchmal auch verwahrlosen lassen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.09.2002

Es muss nicht immer Italien sein, wenn man sich an grauen Herbsttagen nach der Schönheit der Natur sehnt. Diesen Eindruck hat Rezensentin Yvonne Gebauer von dem ihrer Meinung nach außerordentlich gelungenen Katalog mitgenommen, der Simone Niewegs unter anderem in Amsterdam und Berlin gezeigte Fotoausstellung begleitet. Dabei lassen die Objekte der Fotografin nicht auf Anhieb vermuten, dass sich hinter dem oberflächlichen Eindruck ein Zauber verbergen könnte. Gebauer ist es jedoch offensichtlich nicht schwer gefallen, dem Blick der Künstlerin auf unscheinbare Brachlandflächen zu folgen und deren Reize zu entdecken. Sie empfiehlt den Katalog sowie den Spaziergang mit dem entsprechend sensibilisierten Auge durch öde deutsche Landschaften als wirkungsvolles Heilmittel gegen die Tristesse in herbstlich trüben Wohnzimmern.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.04.2002

Mit ihrem Fotoband "Landschaften und Gartenstücke" hat die aus der Schule von Bernd und Hilla Becher stammende Fotokünstlerin Simone Nieweg laut Rezensent Ulf Erdmann Ziegler die "Ernte einer fotografischen Obsession" eingebracht. Über fünfzehn Jahre lang fotografierte sie nahezu alle Typen kleinmittelständischen Anbaus von Kleingärten und Gemüsegärten über kleine Felder hin zu Brachen, Waldrand und Ackerbau. Diese Sujets hat Nieweg nach Einschätzung des faszinierten Rezensenten bei "gütigem, alles streichelnden Licht" so sorgfältig porträtiert, "als ginge es um die Dokumentation eines phantastischen und imaginativen Eingriffs". Dabei entziffere sie den Garten- und Landbau als topographische Tätigkeit, als lokale Gestalt in einer geographischen Form. Der Rezensent hebt hervor, dass Nieweg bei Heinrich Riebesehls "Agrarlandschaften" und dessen "dramatischer Verbindung von Detail, Flucht und Verlauf" anknüpft, im Unterschied zu Riebesehl aber dank Architekturkamera in der Darstellung von Fläche und Horizont freier ist und zudem in Farbe fotografiert. Das Ergebnis hat den Rezensenten restlos überzeugt und so gibt er sich ganz dem Genuss der Kontemplation der Niewegschen Landschaften und Gärten hin.