Nach der Revolution auf dem Granit von 1990 und der Or-angenen Revolution von 2004 hat von November 2013 bis Februar 2014 ein weiterer ukrainischer Volksaufstand, der Euromaidan, das Janukowitsch-Regime weggespült. Die vielschichtigen Probleme der Ukraine sind damit allerdings nicht gelöst. Der revolutionären Euphorie folgte bereits in den ersten Wochen nach der Regierungsneubildung tiefe Ernüchterung. Die russische Annexion der Schwarzmeerhalbinsel Krim im März 2014 hat der dritten postsowjetischen ukrainischen Revolution eine gänzlich neue Dimension verliehen und wird eine erfolgreichen Transition des Landes noch komplizierter machen. Der Weg in Richtung Demokratie und Marktwirtschaft dürfte für die Ukraine lang und hart werden.In dem vorliegenden Band analysieren renommierte Politikwissenschaftler und Publizisten Ariel Cohen, Ivan Benovic, Paul Flückiger, Gerhard Gnauck, Rudolf Hermann, Wojciech Kononczuk, Taras Kuzio, Ludmila Lutz-Auras, Jakob Mischke, Mykola Rjabtschuk sowie Lilia Shevtsova die ukrainische Revolution 3.0.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.08.2014
Der frühere Moskaukorrespondent Jörg Mettke bespricht zweier neue Bücher zur Ukraine in jenem schnarrend-verächtlichen Tonfall, den man selbst beim Spiegel nicht mehr oft zu lesen bekommt. Ein Text für Liebhaber also! Dem Sammelband des Schweizer Diplomaten rechnet Mettke vor allem positiv an, dass sich in ihm "nur wenig Putin-Fixiertheit" findet. Vor allem den Text der Moskauer Soziologin hebt er hervor, die ein Gleichgewicht der Schwäche zwischen der EU und Russland aufmacht: Paralyse hier, Autoritarismus da und die Ukraine dazwischen. Das gefällt dem Rezensenten, der Putin zwar für einen Reaktionär hält, aber den Umsturz in der Ukraine rechtswidrig nennt und Russland vom Westen hintergangen sieht.
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