Silke Scheuermann

Wovon wir lebten

Roman
Cover: Wovon wir lebten
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2016
ISBN 9783895613784
Gebunden, 536 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Große Erwartungen an das Leben hat Marten nicht. Er stammt aus einem problematischen Elternhaus und wächst in einem Umfeld auf, das von illegalen Geschäften, Schlägereien und Sex beherrscht wird. Beim Drogenentzug trifft er Peter, einen ehemaligen Restaurant- und Clubbesitzer. Peter entdeckt Martens Talent zum Kochen. Als die beiden gemeinsam das Edellokal Happy Rabbit eröffnen, kommt es zu einem Wiedersehen mit Martens Jugendliebe Stella, die ihre Bilder in der Galerie des Restaurants ausstellen soll. Von einer reichen Tante großgezogen, scheint sie ihm unerreichbar. Jetzt aber drehen sich die Vorzeichen um: Während Stella um Anerkennung für ihre Kunst kämpfen muss, avanciert Marten zum angesagten Fernsehkoch - bis das kriminelle Milieu ihn wieder einzuholen droht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.09.2016

Helmut Böttiger möchte Silke Scheuermanns Roman am liebsten gleich verfilmen. Viel Gefühl und Melodram enthält die Geschichte der Hauptfigur Marten, der von ganz unten, aus der Offenbacher und Frankfurter kriminellen Szene zum Küchenchef avanciert. Fäden und Fallstricke kann die Autorin legen, meint Böttiger, und ein raffiniertes Personengeflecht stricken. Dass dabei hin und wieder Kolportage entsteht, kann er verkraften. Zu schön findet er die Milieustudien aus dem Frankfurter Ostend. Und dass Scheuermann einen männlichen Protagonisten wählt, gibt ihr ungeahnte Freiheiten, meint Böttiger.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.09.2016

Judith von Sternburg scheint recht angetan von Silke Scheuermanns Roman. So masochistisch der Protagonist darin auftritt, so glaubwürdig stellt ihn die Autorin als malochenden, ruhigen, nicht dummen Zeitgenossen dar, meint sie. Als Enwicklungsroman überzeugt sie der Text durch den gut getroffenen Ton, raffinierte Bezüge zu Dickens und Offenbach als Handlungsort. Das bescheidene Leben des Schlossers Marten kann Scheuermann der Rezensentin jedenfalls vermitteln. Laut Sternburg eine Seltenheit in der Gegenwartsliteratur.
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