Klappentext

Christopher und Luisa haben geheiratet und sich im Leben eingerichtet: Er ist angehender Professor für Biologie, sie erfolgreiche Kunsthistorikerin. Die Altbauwohnung ihrer Studentenzeit haben sie gegen ein Haus am Stadtrand getauscht, als sichtbares Zeichen ihrer Ambitionen. Hier in der Straße am Kuhlmühlgraben muss sich ihre Ehe bewähren, hier messen sie ihre Träume am Erreichten. Doch nicht alles lässt sich mit Willenskraft und Selbstinszenierung herbeiführen, das müssen die beiden ebenso erfahren wie die anderen Bewohner des Viertels. Silke Scheuermann erzählt in "Die Häuser der anderen" von zerbrechlichen Wünschen, Ängsten und Hoffnungen und schildert, was geschieht, wenn Menschen ihr Leben nach anderen ausrichten und ihre vermeintliche Überlegenheit ins Wanken gerät oder wenn sie vom Glück überrascht werden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.12.2012

Wow, derart klug und mit einer gewissen Nonchalance arrangiert, die auch Mängel lässig mit einschließt, hat Christoph Schröder die Generation Manufactum, die neobürgerliche Tristesse (hier im Frankfurter Speckgürtel) lange nicht mehr geschildert bekommen. Dabei scheint zunächst alles supi im Spießermilieu, meint Schröder, der Hund, die Venedigreise, der Monet an der Wand. Dahinter aber gähnt selbstredend der Abgrund. Silke Scheuermann vermittelt das Schröder allerdings überraschend genug, wirft laut Rezensent beunruhigende Blicke hinter die Fassaden, schafft beklemmende Lesemomente und erfasst so gesellschaftliche Wirklichkeit.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.08.2012

Silke Scheuermanns dritter Roman aus der fiktiven gehobenen Wohnlage "Am Kuhlmühlgraben" am Frankfurter Stadtrand hat Judith von Sternburg gut gefallen. Es ist ein Episodenroman, dessen einzelne neun Geschichten auch unabhängig voneinander bestehen könnten, nach Dafürhalten der Rezensentin manchmal sogar "sollten". Aber dennoch gelingt es der Autorin in ihren Augen hervorragend, ihre Episoden plausibel zu verknüpfen, nicht zuletzt durch genaue Beobachtungsgabe und eine alles umspannende Ironie, wie von Sternburg lobt. Auch im vorliegenden Buch überzeugt die Autorin wieder durch Menschenkenntnis und feinen Humor, so die Rezensentin, die allerdings Paaren in der Krise einige "fatale" Lektüremomente versprechen kann. Im Mittelpunkt steht nämlich Luisa, deren Beziehung zu Christopher, ohne dass sie es weiß, auf die Katastrophe zusteuert, lässt die Rezensentin wissen. Hinter den alltäglichen Unwägbarkeiten um Beziehung, Arbeit und die lieben Nachbarn steht bei Scheuermann das "existentielle Missgeschick", der Tod, erklärt von Sternburg, die diesen Roman nicht zuletzt wegen seiner Überraschungsmomente zu schätzen weiß.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.08.2012

Wohlwollend äußert sich Martin Halter über Silke Scheuermanns neuen Roman "Die Häuser der anderen". In diesem sich über ein Jahrzehnt erstreckende Roman über verzweifelte Hausfrauen, tröstende Hunde, kaputte Ehen und gescheiterte Träume von ehemals Ambitionierten in einem besser gestellten Viertel am Frankfurter Stadtrand zeichnet die Autorin für ihn ein kühles Bild von "bürgerlichen Verlierern". Allerdings scheint dem Rezensenten das Buch weniger ein Roman als eine Sammlung von locker miteinander verknüpften Erzählungen, bei denen mancher Erzählfaden in der Luft hängen bleibt. Zudem moniert Halter gelegentliche Klischeehaftigkeit, etwa bei der Darstellung eines boshaften Schwulenpaars, das im Viertel ein wahres Terrorregime etabliert. Auf der anderen Seite überzeugen ihn etliche soziologisch und psychologisch dichte und prägnante Szenen und Porträts.
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