Sigrid Boo

Dienstmädchen für ein Jahr

Roman
Cover: Dienstmädchen für ein Jahr
Rowohlt Verlag, Hamburg 2025
ISBN 9783463000732
Gebunden, 272 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs. Mit einem Nachwort von Nicole Seifert. Wie konnte ihr das passieren? Eben noch diskutierte Helga, das Abitur frisch in der Tasche, mit ihren Freundinnen und Freunden im Café darüber, ob Frauen richtig anpacken können. Und im nächsten Moment schlägt die lebenslustige Tochter aus gutem Hause dem jungen Mann, den sie gern heiraten würde, eine Wette vor: Schafft sie es, ein Jahr als Dienstmädchen durchzuhalten, muss Jørgen ihr einen Ring schenken. Dabei hat sie selbst nie einen Finger gerührt. Als sie anonym auf einem Landgut in Dienst tritt, muss sie sich immer wieder neu beweisen. Wo sie früher bei Festen als Gast am gedeckten Tisch saß, muss sie nun bedienen und tagein, tagaus waschen, putzen, kochen. Als jemand Helga erkennt, erfahren alle in Küche und Hof, dass sich die junge Frau als eine andere ausgegeben hat, auch Chauffeur Hans, mit dem sie mehr als gut auskommt. Dabei beginnt Helga durch ihre neuen Freundinnen und Freunde gerade erst zu verstehen, was im Leben wirklich zählt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 25.04.2025

"Dienstmädchen für ein Jahr" könnte glatt als literarischer Debattenbeitrag gelten, so gut passt dieser bereits 1930 erschienene heitere Roman in die aktuelle Diskussion über die Einführung eines verpflichtenden sozialen Jahres, findet Rezensentin Manuela Reichart und empfiehlt die Lektüre denn auch als Vorbereitung auf so einen Sozialdienst. Denn der entscheidende, "charakterbildende" Effekt, der ändert sich auch in 100 Jahren nicht. Von diesem Effekt erzählt die norwegische Autorin Sigrid Boo auf unterhaltsame und anschauliche Weise, lesen wir. Im Zentrum steht die sorglose, junge Ich-Erzählerin Helga. Sie kommt aus gutem Hause, hat gerade die Schule abgeschlossen und will nun, aufgrund einer Wette, ein Jahr als Dienstmädchen arbeiten. Wenn sie das Jahr durchhält, winkt ihr ein Brillantring von ihrem Liebsten zum Lohn. Doch die harte Realität, mit der sie nun konfrontiert wird, lässt ihr Interesse sowohl an Brillanten als auch an jenem Liebsten sinken. Eine heitere Geschichte über so ernste Themen wie Klassenunterschiede, Geschlechterrollen und Emanzipation, lobt die Rezensentin und freut sich, mit diesem Roman eine vergessene Autorin wieder entdecken zu können. Den konventionellen Kniff am Ende kann Reichart der Autorin gut verzeihen.

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