Mit 50 Reproduktionen, Stamm- und Zeittafel. Die Ausbildung einer Hofhaltung Karls des Großen im fränkischen Reich vollzog sich in einem über Jahrzehnte erstreckenden Prozess. Schon vor der dauerhaften Niederlassung des Herrschers in seiner Lieblingspfalz Aachen, wo seit 794 eine Art Residenz entstand, wurden vom Karlshof aus innenpoletische Reformen angeregt, Wissenschaft und Kunst in einem bisher nie da gewesenen Maß gefördert. Der Historiker Siegfried Epperlein veranschaulicht vor allem die am Karlshof vollbrachte kulturelle Leistung. Hier trafen Elemente des christlichen Glaubens und antikes Bildungsgut aufeinander und verschmolzen zu einer neuen Synthese. Damit wurde die kulturelle Entwicklung im Abendland wesentlich geprägt und mit der Entstehung einer ersten Zivilisation in Westeuropa ein neues Zeitalter heraufgeführt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.07.2001
Verständlich und spannend findet Doris Schmidt das Buch. Den Anweisungen des Autors zur Entmystifizierung Karls des Großen ist sie bereitwillig gefolgt. Gefallen hat der Rezensentin ganz offensichtlich auch, wie hier "die Schaffung von Karls Kaiserreich nach dem Vorbild des antiken Rom" ins Zentrum der Betrachtung gerückt wird: nicht nur mittels Darstellung der weltpolitischen Situation nämlich und der Kirchengeschichte, sondern vor allem auch unter Zuhilfenahme künstlerischer Zeugnisse der Zeit - Handschriften, Malerei, Skulpturen, Werke der Goldschmiedekunst. Warum Schmidt das gesamte letzte Drittel ihrer Besprechung der marginalen Frage widmet, "wie der Kaiser wirklich ausgesehen hat", bleibt allerdings ihr Geheimnis.
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