In ihrer Dissertation zur frühneuzeitlichen Kriminalberichterstattung analysiert die Autorin die vielfältigen Vermittlungsstrategien der frühen Massenmedien und kommt dabei zu neuen Einsichten, die gängige Vorstellungen von einer bloßen Sensationspresse relativieren. Unter Heranziehung umfangreichen Quellenmaterials und anhand detaillierter Fallbeispiele wird der Frage nachgegangen, ob frühneuzeitliche Kriminalberichterstattung primär genrespezifischen Konventionen oder der territorialen Rechtsrealität folgt. Aufgrund des langen Untersuchungszeitraums sowie der Einbeziehung sämtlicher Gattungen frühneuzeitlicher Nachrichtendrucke (Einblattdrucke, Flugschriften und Zeitungen) gelingt es der Autorin, Wandlungsprozesse in der Berichterstattung nachzuvollziehen und die Vielfalt der frühneuzeitlichen Medienlandschaft aufzuzeigen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.10.2013
Rudolf Neumaier staunt, wie unterhaltsam Mord und Totschlag sein können, oder besser: wie unterhaltsam eine Dissertation zu sein vermag, die sich mit eben jenen Themen befasst, und zwar im Spiegel der Presse bzw. des zeitgenössischen Flugschriftenwesens. Die Studie von Daniela Kraus jedenfalls klingt für Neumaier im Titel viel sperriger, als sie sich liest. Was annodunnemals in der Zeitung über Mordfälle so alles geschrieben und gedichtet wurde, wahlweise zur Abschreckung oder um die Sensationslust der Leser zu befriedigen, zur Information auch ein wenig - dem Rezenensenten scheint es eine Nachricht wert.
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