Dieses Buch über die mittelalterliche Lebenswelt der Bauern ist Quellenwerk und Darstellung zugleich. Der Leser erfährt, wie die Bauern mit Naturkatastrophen, Hungersnöten und Seuchen umgingen. Die Bestellung des Feldes, Ernte und Weinanbau sowie die Leistung von Abgaben und Frondiensten prägten den Rhythmus des Jahres. Schädlinge galt es zu bekämpfen und Tierkrankheiten zu verhindern. Auch Trinken, Raufen, Beleidigen und Tanzen gehörten zum Lebensalltag. Die Quellentexte dokumentieren, wie eine Bauernhochzeit gefeiert wurde und worin die Werte bäuerlicher Ehe und Familie bestanden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.08.2003
Im Mittelalter hing vom Bauernstand das Überleben der restlichen Bevölkerung ab, was, wie Rezensent Christian Jostmann berichtet, Adelige wie Bürgerliche nicht davon abhielt, die Bauern gerne mit Geringschätzung zu behandeln. Während die moderne Zivilisationskritik den Bauern zum Reichsnährstand erhob, die Marxisten ihn zum Ahnherren des Proletariers erklärten, blieb es nach Jostmanns Ansicht der Ende der siebziger Jahre in deutschen Universitäten Fuß fassenden Alltagsgeschichte vorbehalten, zu fragen, "wie bäuerliches Leben wirklich gewesen". In seinem Buch "Bäuerliches Leben im Mittelalter" lässt Siegfried Epperlein die mittelalterlichen Bauern und ihre Herren jetzt selbst zu Wort kommen. Epperleins Dokumentation von Schriftquellen und Bildzeugnissen lobt Jostmann als "reichhaltig", seine Kommentare als "unaufdringlich". So rücken zur Freude Jostmanns die natürlichen und sozialen Bedingungen bäuerlichen Daseins, bäuerliches Brauchtum und Familienleben sowie die nicht immer freundlichen Einschätzungen seitens des Adels ganz plastisch vor Augen.
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