Siddharta Mukherjee

Der König aller Krankheiten

Krebs - eine Biografie
Cover: Der König aller Krankheiten
DuMont Verlag, Köln 2012
ISBN 9783832196448
Gebunden, 760 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Barbara Schaden. Seit über fünftausend Jahren lebt die Menschheit mit Krebs. Ebenso lange stirbt sie daran. Und doch gilt Krebs als eine "moderne" Erkrankung, weil keine andere Krankheit unsere Zeit dermaßen prägt. Bezeichnend sind die Namen, die man dem Krebs gegeben hat: "König aller Krankheiten" oder "ein Monster, unersättlicher als die Guillotine". In seiner perfiden Perfektion, in seiner Anpassungsfähigkeit und seiner Widerstandskraft nimmt der Krebs beinahe menschliche Züge an. Seine Geschichte gleicht einer Biografie: Es ist die Geschichte von Leid, von Forscherdrang, Ideenreichtum und Beharrlichkeit, aber auch von Hochmut, Arroganz und unzähligen Fehleinschätzungen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.05.2012

Dem Rezensenten schreibt der Autor ein bisschen zu viel über das Wetter. Allerdings ist das auch ein schöneres Thema als der Krebs, muss Werner Bartens zugeben. Wenn der Harvard-Mediziner Siddhartha Mugkherjee den Krebs und seine Geschichte medizinhistorisch lebhaft und detailreich, oh ja, sehr detailreich, findet Bartens, beschreibt, weiß er immer auch, ob die Sonne gerade schien, als der oder jener Mediziner wieder eine entscheidende Heilungsidee hatte. Bei aller anschaulichen Akribie, mit der Mukherjee zu Werke geht, verlässt Bartens allerdings mitunter die Leselust. So spannend die Wege und Irrwege der Onkologie auch sind. Wirklich beeindruckt haben Bartens der Umstand, dass der Autor keine reine Apologetik des Fortschritts vorlegt, sondern er den Respekt vor der Krankheit, wie auch vor den Patienten und  ihren Leidensgeschichten nicht verloren hat und auch kritische Töne nicht vermissen lässt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.04.2012

Der New Yorker Onkologe Siddharta Mukherjee schreibt in seinem vielgelobten Buch die Geschichte des Krebs und seiner Behandlung. "Meisterlich" findet es auch Rezensentin Claudia Bartholemy-Teusch, die von Titel (König!) und Untertitel (Biografie!) zu einem wahren Metaphernrausch insipiriert wurde. An einer Stelle beschwört sie die Physiognomie des Krebs, "unsere Fratze", an anderer Stelle herrscht König Krebs, "sein Wille geschehe". Was die Substanz des Buches betrifft erfahren wir von Bartholemy-Teusch, dass dem Autor zufolge die Geschichte der Krebsbehandlung alles andere als linear verlaufen ist und wohl auch in Zukunft nicht gerader verlaufen wird. Denn wenn auch die Heilmethoden deutlich humaner geworden sind als noch zu Königin Atossas Zeiten, so sind sie immer noch nur partiell wirkungsvoll, mitunter jedoch kontraproduktiv.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.03.2012

Jutta Hoffritz musste Siddhartha Mukherjees Buch über den Krebs immer wieder beiseite legen, nur um es gleich wieder aufzuschlagen, weil die Neugier zu groß war. "Der König aller Krankheiten" war in den USA bereits ein großer Erfolg, 2011 wurde der Autor mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet, berichtet die Rezensentin. Die Geschichte des Krebs' beginnt 2625 vor Christus, aus dieser Zeit stammt die erste überlieferte Beschreibung, "geschwollene Massen in der Brust" heißt es dort. Hoffritz gibt einen kleinen Ausblick auf den unheimlichen Inhalt des Buches: die Versuche, dem Krebs mit Brechwurz und Rhizinusöl beizukommen, Operationen am Brustkorb - hundert Jahre bevor potente Narkotika entdeckt waren -, Chemiekeulen und immer wieder das Tabu, mit dem die Krankheit in der Gesellschaft belegt wird. Das Buch werde trotzdem - oder deswegen? - auch in Deutschland sein Publikum finden, prognostiziert Jutta Hoffritz.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2012

Für Martina Lenzen-Schulte ein Buch, das Maßstäbe setzt. Sowohl formal (mit einer sinnvollen Kombination aus Anekdote und wissenschaftlicher Debatte sowie innovativer Anmerkungs- und Zitiermethode) als auch inhaltlich. Lenzen sieht den großen Vorteil dieses Autors in seiner Fähigkeit, aus Theorie und Praxis zu schöpfen und beides dem Laien wie dem Fachmann detailreich und beinahe unterhaltsam zu präsentieren. Was die Rezensentin schließlich zu lesen bekommt, ist eine Geschichte des Krebses plus einer Geschichte der Beschäftigung mit diesem Leiden, genauer des Brust- und des Blutkrebses. So lernt sie über die Entstehung und den Sinn beziehungsweise  Unsinn der unterschiedlichen Therapien, über Debatten und institutionelle Strukturen, die es ermöglichten, die Krankheit besser zu verstehen. Dass Siddharta Mukherjee sich bei seinen Beispielen und Patientenschicksalen auf die USA beschränkt, kann die Rezensentin durchaus verstehen, schließlich wurde der Autor dort ausgebildet und findet dort wichtige Impulsgeber. Umso mehr vermisst Lenzen, dies wirklich nur als Wermutströpfchen, einen Hinweis auf den Beitrag der Atombombenfolgen zur Krebsforschung.
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