Sarah Khan

Die Gespenster von Berlin

Unheimliche Geschichten
Cover: Die Gespenster von Berlin
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2009
ISBN 9783518461167
Kartoniert, 190 Seiten, 9,90 EUR

Klappentext

Ein Gespenst geht um in Friedrichshain und setzt teure Autos in Brand. Ein politisch motivierter Sühneakt? Sarah Khan geht der Sache nach und macht in alten Archiven der Stadt eine fürchterliche Entdeckung: Im Tunnel des Stettiner Bahnhofs, heute Nordbahnhof, wurden 1945 verwundete Wehrmachtssoldaten ermordet. Im Mietshaus in Prenzlauer Berg will niemand lange wohnen bleiben, auch Sarah Khans Freundin Heike nicht. Durchs Treppenhaus spukt eine im Zweiten Weltkrieg verhungerte Klavierlehrerin. Wer war diese Frau? Sarah Khan sucht in alten Berliner Adressbüchern, auf Deportationslisten und findet ihren Namen schließlich im Totenbuch der Elias-Gemeinde aus dem Jahr 1945.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.12.2009

Harry Nutt gruselt's bei dieser Lektüre. Denn weder erscheinen ihm Sarah Khans Geschichten über dunkle Orte in Berlin, Orte, an denen es spukt, spiritistisch angehaucht, noch begreift er sie metaphorisch. Wenn die Autorin Mietshäuser und Kulturstätten und ihre mehr oder minder prominenten Bewohner aufsucht oder nach akustischen Spuren fahndet, spürt Nutt tatsächlich den Eiseshauch einer Archäologie des Schreckens. Kein Scherz, meint Nutt. Khans Gespensterrecherche in alten Adressbüchern zeigt, warum: Nicht selten sind es die ermordeten jüdischen Bürger der Stadt, die an ihre Orte zurückkehren.