Bernd Cailloux

Auf Abruf

Novelle
Cover: Auf Abruf
Suhrkamp Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783518127858
Kartoniert, 120 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Ein Schriftsteller jenseits der Siebzig, der sich trotz schwankender Verfassung gern mit Berliner Hobbykickern im Tiergarten trifft, erhält eine Einladung zu einem Buchbasar im brandenburgischen Ort Schönberg. Anfangs läuft dort alles ziemlich rund, die Leute und die Unterbringung in der Alten Kantorei sind comme il faut. Doch dann ist der Mann plötzlich weg - und wacht in immer neuen Höllenparadiesen auf. Was geschieht ihm und wo ist er … Schönberg oder Schöneberg? Wie weit kann man in einer Badewanne reisen? Über die Torlinie zum Jenseits und zurück? Die Videobeweise der Erinnerung rotieren. Läuft etwa schon die Nachspielzeit? Bangemachen gilt nicht - wie befreit feiert Bernd Cailloux mit dieser Novelle über die An- und Abpfiffe des Lebens seinen achtzigsten Geburtstag.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 10.07.2025

Ausführlich zitiert Rezensent Samuel Hamen aus der neuen Novelle von Bernd Cailloux, die sich dem Altern und dem Erinnern widmet. Der Protagonist ist ein Alter Ego des Schriftstellers, erfahren wir, der über Fußballspielen, Alt-68er-Erinnerungen und Schriftstellerkarriere sinniert. Der spielerische und sprachliche Ausbruch "aus der Geronto-Normalität" wird mit einem Aufenthalt im Krankenhaus bezahlt, erklärt Hamen, was die "freimütige Eskapade", die Cailloux seinen Leserinnen und Lesern hier bietet, umso realistischer macht, wie er schließt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 05.07.2025

Ein sehr schönes Buch liefert Bernd Cailloux laut Rezensentin Meike Feßmann hier ab. Bernd Cailloux entwirft wieder einmal eine Figur, in der man autobiografische Elemente erkennen kann, meint Feßmann. Diesmal ist der Erzähler 73 Jahre alt, er ist Schriftsteller und unternimmt zunächst noch Lesereisen, landet nach einem Schwächeanfall jedoch erst in einer Apotheke und dann in einer Badewanne, aus der er nicht mehr heraus kommt. Fast slapstickartig wird das beschrieben, amüsiert sich die Kritikerin. Ironie und Existenzielles weiß dieses höchstens im Kleinen manchmal etwas schief geschriebene Buch geschickt zu vereinen, lobt Feßmann, die sich gelegentlich an Sibylle Lewitscharoff und Jonas Lüscher erinnert fühlt.