Aus dem Hebräischen übersetzt und mit einem Nachwort von Anne Birkenhauer. Als Masud, der Falafelkönig, plötzlich stirbt, ist seine Frau Simona von Sinnen vor Schmerz. Vom Leben nach diesem Verlust erzählen die verwaisten Familienmitglieder: Simona, die statt in den Bunker auf den Bolzplatz geht und hofft, der tägliche Katjuscha-Regen in Nord-Israel möge endlich über ihr niedergehen. Dudi und sein Zwillingsbruder Itzik, der wie mit einer Nabelschnur an Dudi hängt, weil seine Glieder irgendwann im Mutterleib zu wachsen aufhörten. Kobi, dem die Trauer der Mutter und die Bedürftigkeit der Kleinen die Vaterrolle aufzwingt, und Etti, die Radiosprecherin werden will und von einem besseren Leben träumt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2009
Dies ist ein ungewöhnlicher Roman, betont der Rezensent Jakob Hessing, nicht zuletzt wegen des Milieus, in dem er spielt. Auch in Israel konzentrieren sich gesellschaftskritische Familienromane auf die Mittelschicht. Dieser nicht. Die fünf Figuren der aus Marokko stammenden Familie Dadon leben in keiner der großen Städte, sondern an der Grenze zum Libanon und gehören dem "unteren Rand der Gesellschaft" an. Die alleinerziehende Mutter spielt den Kindern eine Beziehung mit einem Mann vor, der in Wahrheit ihr Halbbruder ist. Das alles spielt - nie genau datierbar - wohl in den achtziger Jahren und an der Art, wie hier zuletzt Aussicht auf Emanzipation gewonnen wird, findet der Rezensent nichts Falsches. Die "sprachlichen Nuancen", die auch die Übersetzung bewahrt, hebt er besonders hervor.
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