Sandra Funck
Klassenkämpfe
Jugend, Schule und Politik um '1968'

Wallstein Verlag, Göttingen 2025
ISBN 9783835358928
Gebunden, 507 Seiten, 34,00 EUR
ISBN 9783835358928
Gebunden, 507 Seiten, 34,00 EUR
Klappentext
Die Schülerbewegung gestaltete als Teil der 68er-Revolte Schulpolitik, Demokratie und Gesellschaft entscheidend mit. Die Proteste um "1968" sind zu Recht als Jugendrevolte bezeichnet worden. Lange Zeit spiegelten jedoch weder die Forschung noch die Erinnerungskultur die tatsächliche Vielschichtigkeit der 68er-Bewegung wider: Es brodelte nämlich nicht nur an den Universitäten und in den Betrieben, sondern auch an den Schulen. Die Schülerbewegung wurde lange lediglich als "Nachwuchs" oder "kleine Schwester" der Studentenbewegung gesehen. Diese Interpretation wird ihrem wirklichen Einfluss allerdings nicht gerecht: Zwischen Zugehörigkeit und Abgrenzung brachte die Schülerbewegung eigene Themen und Forderungen in die 68er-Bewegung ein und behauptete sich als eigenständige Akteurin innerhalb der zeitgenössischen Bildungspolitik.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.01.2026
Sandra Funck hat laut Rezensent Ernst Piper ein wichtiges Buch über die Schülerbewegung um das Jahr 1968 herum geschrieben. Die war zwar zahlenmäßig größer als die Studentenbewegung, steht jedoch in der Literatur zumeist im Schatten der letzteren, in der Tat war ihre Organisationsstruktur, etwa das Aktionszentrum Unabhängiger und Sozialistischer Schüler (AUSS) eng mit dem SDS verknüpft. Dennoch gibt es Unterschiede zwischen beiden Bewegungen, die Schüler agierten pragmatischer als die Studenten, interessierten sich weniger fürs ferne Vietnam und mehr für Partizipationsmöglichkeiten an ihren eigenen Schulen. Allerdings, darauf weist Funck hin, hatten die Schüler genau wie die Studenten wenig Interesse an der Aufarbeitung der Nazivergangenheit. Insgesamt leistet das besprochene Buch wertvolle Arbeit auf einem wenig beackerten Feld, resümiert der Kritiker.
Kommentieren
