Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.01.2001
Ziemlich unausgewogen findet der Rezensent Edgar Wolfrum, Dozent für Geschichte, Samuel Salzborns Buch über Vertriebenverbände. Er widerspricht zwar nicht dessen Einschätzung, dass es sich bei diesem Verbänden um rechtskonservative, revisionistische Vereinigungen handelt. Was ihn stört, ist, dass der Autor denselben Fehler macht, indem er einen "linken Geschichtsrevisionismus" verfolge, das menschliche Leid der Vertriebenen verleugne und die daraus resultierenden politischen Motivationen anprangere, ohne sie in den politischen Kontext der Bundesrepublik zu setzen. So findet Wolfrum zum Beispiel des Autoren Bewertung der Vertriebenenpolitik der SPD etwas naiv. Durch diesen undifferenzierten Ansatz entstehen "häufig schiefe Urteile zur Zeitgeschichte".
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