Aus dem Englischen von Stephan Gebauer. Woraus besteht die Welt, woraus Mikroben, Meere, der Mensch? Sam Kean gelingt etwas Schönes: Man kapiert's auch ohne dröge Formeln. Das Hauptgebäude der modernen Chemie, das Periodensystem der Elemente, sieht langweilig aus, doch in ihm verbergen sich spannende Geschichten über Alchimisten, Entdecker und Goldgräber, Medizinalräte und Quacksalber, Kriegsstrategen, Spione, Geschäftemacher und Spinner. Während Kean die Grundbausteine des Universums und die Ordnung, die sie schaffen, erklärt, erzählt er zugleich, welche Rolle sie vom Urknall bis heute gespielt haben. Wie etwa Gerhard Domagk das Leben seiner Tochter riskierte, um die ersten Antibiotika zu entwickeln. Wie Portugal sowohl den Nazis als auch den Alliierten zu astronomischen Preisen Wolfram lieferte, weil beide Seiten es dringend für den Krieg brauchten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.04.2011
Rezensentin Ruth Fühner ist ganz überrascht, wie sehr sie dieser "anschauliche" Chemie-Grundkurs mitgerissen hat. Denn "Die Ordnung der Dinge" des Wissenschaftsjournalisten Sam Kean sei viel mehr: Spannend und unterhaltsam beschreibe er beispielsweise, welche Rolle Frauen bei der Entdeckung der Kernspaltung oder der DNS gespielt haben, zugleich vermittele er faktenreiches und kulturgeschichtliches Wissen von der Messingherstellung des phrygischen Königs Midas bis zu den Vätern der Atombombe. Keans Schilderungen der Biografien sind Fühner manchmal etwas zu "menschelnd", wenn er etwa immer wieder sein persönliches Bedauern über die politischen Verwicklungen einiger Wissenschaftler ausdrückt. Letztendlich jedoch hat der Autor die Rezensentin sogar von der "schlichten Eleganz" von chemischen Beweisen überzeugt.
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