Sabrina Janesch

Tango für einen Hund

Roman
Cover: Tango für einen Hund
Aufbau Verlag, Berlin 2014
ISBN 9783351033088
Gebunden, 303 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Unschuldig des Feuerlegens bezichtigt, von Freunden und Familie im Stich gelassen: Eigentlich will Ernesto Schmitt nur seine Sozialarbeit ableisten und dann bloß weg hier. Nichts hasst er so sehr wie das platte Land. Doch dann steht Besuch vor der Tür: Onkel Alfonso aus Argentinien, und mit ihm Astor Garcilaso de la Luz y Parra, ein furchtein ößender Rassehund mit einem Herz aus Karamell. Und bei der Mission, ihn auf die Hundeausstellung nach Bad Diepenhövel zu schaffen, kann nur einer helfen: Ernesto. Gemeinsam begeben sich die drei auf eine Odyssee durch ein wildes Stück Deutschland.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.05.2015

Nach zwei Büchern, die schwerverdauliche deutsch-polnische Familiengeschichten erzählten, hat Sabrina Janesch sich für ihren neuen Roman "Tango für einen Hund" einen leichteren Stoff ausgesucht, der zwar nicht unbedingt durch Originalität, aber immerhin durch witzige Dialoge besticht, berichtet Julia Bähr. Ein ziemlich armseliger Siebzehnjähriger, Ernesto Schmitt, der weder mit seinen Eltern noch mit Gleichaltrigen umzugehen weiß, erzählt seine eigene Coming-of-Age-Geschichte, die wie so oft mit einem Roadtrip einhergeht, fasst die Rezensentin zusammen. Zusammen mit dem Familienfreund Alfonso und dessen Riesenköter Astor Garcilaso de la Luz y Parra geht es von Semmenbüttel quer durch die Lünerburger Heide zur Hundeshow nach Bad Diepenhövel, während die Polizei ihnen wegen noch abzuleistender Sozialstunden auf den Fersen ist, so Bähr.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.11.2014

Im Grunde genommen ist Rezensentin Katharina Granzin ganz zufrieden mit Sabrina Janeschs neuem Roman "Tango für einen Hund": Die Lüneburger Heide, in der der Roman spielt, erscheint der Kritikerin hier so weit und wild wie die argentinische Pampa, was vor allem am Kunstgriff der Autorin liegt, die Erzählung mit zahlreichen exotischen Elementen anzureichern: Der junge ängstliche Protagonist Ernesto trifft hier auf seinen argentinischen Onkel Alfonso, der seinen uruguayischen Hütehund Astor auf einer Hundeausstellung in Bad Diepenhövel vorführen will. Amüsiert liest die Kritikerin diese Roadnovel, in der ihr verschiedene kuriose Gestalten begegnen, und lobt durchaus auch die pittoresken Landschaftsbeschreibungen der Autorin. Leider muss Granzin allerdings feststellen, dass der Roman zu viele Parallelen mit Wolfgang Herrndorfs "Tschick" aufweist - und neben diesem herzergreifenden und authentischen Werk doch etwas blass und konstruiert wirkt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.2014

Ihren Themen Herkunft und Heimat bleibt die Autorin auch mit dieser Coming-of-age-Geschichte treu, meint Mounia Meiborg. Für die Rezensentin ist das gar nicht so leicht zu erkennen, handelt das Buch doch von einem aus Argentinien stammenden Jungen, der seine Pubertät, flankiert von sinem Onkel Alfonso, in der plattdeutschen Provinz erlebt. Auch kein leichtes Brot, lernt die Rezensentin. Das Buch erinnert sie nicht allein durch seine Anlage als Roadmovie an Wolfgang Herrndorfs "Tschick", hält dem Vergleich allerdings nicht stand, da es laut Meiborg zwar rührende Momente und skurrile Charktere aufweist, aber etwas zu geschwätzig daherkommt.
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