Sabine Zaplin

Engelsalm

Roman
Cover: Engelsalm
C.H. Beck Verlag, München 2004
ISBN 9783406517099
Gebunden, 253 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Eva hat ihren Job verloren und kommt zurück nach Edering, wo sie aufgewachsen ist. Ihre Eltern führen dort in zweiter Generation ein Bestattungsunternehmen und bieten ihr an, ins Geschäft einzusteigen. Aber Eva zögert, die Gespenster der Vergangenheit holen sie ein. Als sie neun Jahre alt war, verunglückten kurz hintereinander sechs Kinder am Ort. Damals war Eva befreundet mit Lilith, einem Flüchtlingskind, das am Ortsrand, auf der Engelsalm, in einer Notunterkunft lebte. "Dort tragen die Engel Ederings Kinder gen Himmel", sagte der Großvater, und alle Erwachsenen meinten, die wilde Lilith sei schuld am Tod der Kinder. Doch eins fehlte noch, in der finsteren Logik jener Jahre, fraß nicht auch der Wolf sieben Geißlein? Seit damals ist Lilith verschwunden, und nun, zwanzig Jahre später, macht sich Eva auf die Suche nach der Geschichte der Engelsalm.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.08.2004

Ob Sabine Zaplins Roman "Engelsalm" der Rezensentin Sabine Brandt gefallen hat oder nicht, geht aus ihrer Besprechung des Buches nicht eindeutig hervor. Begeisterung scheint das Buch bei ihr nicht ausgelöst zu haben, ihr Tonfall ist eher verhalten. Im Wesentlichen begnügt sich Brandt aber mit der Wiedergabe des Gelesenen. Demnach geht es in Zaplins Roman um das Kinderdasein in einem nicht näher lokalisierten Ort namens Edering. Das Hassverhältnis zwischen den angestammten Bewohnern und einer Gruppe Flüchtlinge, die in einem Containerhaus ein schäbiges Asyl gefunden haben, spielt dabei eine wichtige Rolle. Woher die Asylbewerber kommen, in welcher Zeit die Handlung spielt, bleibt laut Brandt offen. Im Mittelpunkt der Geschichte sieht sie zwei kleine Mädchen, Eva, Tochter des Ederinger Bestattungsunternehmers, und ihre Freundin Lilli, die freche Göre aus dem Asylbewerberheim. Die wird von den angestammten Bewohnern beschuldigt, irgendwie am Unfalltod von sechs einheimischen Kindern schuld zu sein. Doch dann kommt Lilli selbst ums Leben. Später wird Eva, die das Bestattungsunternehmen ihrer Eltern übernommen hat, erfahren, dass vermutlich ihr Großvater Lilli auf dem Gewissen hat.
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