Sabine Gruber

Daldossi oder Das Leben des Augenblicks

Roman
Cover: Daldossi oder Das Leben des Augenblicks
C. H. Beck Verlag, München 2016
ISBN 9783406697401
Gebunden, 315 Seiten, 21,95 EUR

Klappentext

Bruno Daldossi ist ein erfolgreicher Fotograf, der sich auf die Arbeit in Krisen- und Kriegsgebieten spezialisiert hat. Nach vielen Jahren, in denen er für das Hamburger Magazin "Estero" in Tschetschenien oder im Irak, im Sudan oder in Afghanistan fotografiert hat, geht er mit Anfang Sechzig nur noch sporadisch auf seine gefährlichen Missionen. Als ihn aber seine langjährige Gefährtin Marlis, eine Zoologin, mit der er in Wien zusammenlebt, wegen eines anderen Mannes verlässt, verliert der so gehärtete Mann völlig den Halt. In seine Trauer um den Liebesverlust mischt sich immer stärker die Frage, wie mit dem Leid der Welt, das er in seinen Bildern festhält, zu leben und wie damit umzugehen ist. Wie viel Wahrheit halten wir aus? Wie viel Einfühlung, wie viel Nähe sind uns möglich?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.11.2016

Rezensent Burkhard Müller findet ihn misslungen und doch lehrreich, den Roman von Sabine Gruber über einen heimkehrenden Kriegs- und Krisenfotografen, der mit sich und der Welt hadert, einer Geliebte hinterherläuft (eigentlich ist der abgebrühte Bursche nämlich Romantiker) und natürlich viel zu viel trinkt. Natürlich. Klischee ist laut Müller so manches in diesem Buch, damit fängt das Problematische an. Dass Gruber mit diesem Charakter im Mittelpunkt kaum Handlung entwickeln kann, wie Müller feststellt, gilt dem Rezensenten als weiterer Schwachpunkt. Außerdem werden ihm die Widersprüche des Berufes des Helden zu wenig erörtert, und schließlich bleibt für ihn durchweg spürbar, dass hier nichts erlebt und empfunden wurde, sondern nur gestaltet, und zwar eher anschauungslos und seicht. Schlimmer kann es ja kaum kommen. In seiner Hilflosigkeit dem Thema gegenüber aber scheint das Buch Müller höchst lehrreich.
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