Ruth Zucker

Meine sieben Leben

Autobiografie
Cover: Meine sieben Leben
dtv, München 2000
ISBN 9783423242295
Taschenbuch, 260 Seiten, 14,32 EUR

Klappentext

Ruth Zucker wurde 1914 als Kind jüdischer Eltern in Bonn geboren und wuchs in einem großbürgerlichen Haushalt auf. Mit acht Jahren kam sie auf die internationale Schule nach Lausanne, später nach Genf und verbrachte einen Teil ihrer Schulzeit in den USA. Im Alter von 14 Jahren gehörte sie einem Kreis junger Leute um Mahatma Gandhi an und begann sich mit indischer Religion und Philosophie zu befassen. Schließlich kehrte sie zum Studium der Psychologie nach Genf zurück. 1933 wanderte ihr Verlobter, ein Arzt, nach Palästina aus. Sie folgte ihm 1934 illegal. Von 1950 bis 1951 war sie in London für den "Jewish Chronicle" tätig. Den Journalistenpass besitzt sie heute noch. In Palästina wie später in Israel arbeitete Ruth Zucker als Psychologin, Graphologin und schließlich Astrologin. Sie entwickelte eine Methode für die graphologisch-psychologische Analyse der hebräischen Schrift und veröffentlichte als erste ein Lehrbuch darüber. Seit den 70er Jahren war sie regelmäßig in Deutschland, wo sie sich als Graphologin und Astrologin wachsenden Ruhm erwarb und häufig in Funk und Fernsehen auftrat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.12.2000

Die Rezensentin Birgit Weidinger ist von Ruth Zuckers Autobiografie restlos begeistert. "Stolz, leidenschaftlich, offen bis zur Indiskretion und mit einer Portion Naivität, die der eines großen Kindes ähnelt", erzähle die Auorin ihre Lebensgeschichte. Über ihre Kindheit in Deutschland, ihre Lehr- und Wanderjahre in der Schweiz und in den USA, ihre Einwanderung nach Palästina, ihre Agententätigkeit für die israelische Untergrundorganisation "Haganah" und nicht zuletzt über ihr bewegtes Eheleben. "Manchmal, denkt der Leser, möchte er das gar nicht so genau wissen", merkt die Rezensentin an. Doch sie würdigt zugleich die "intensive Gefühlswelt", die in den genauen Schilderungen von Ehe- und Beziehungskrisen und in ihren Rollen als Hausfrau, Agentin, Übersetzerin, Graphologin, Psychologin, Astrologin, Pionierin und Geschäftsfrau zum Ausdruck komme. Dabei reihe sie ihr aufregendes Leben in lockeren Sequenzen aneinander. Man sieht "Zeugen und Zeugnisse wie bei einer bunten Dia-Vorführung vorbeiziehen". Die Schilderungen der Autorin eröffneten ein breites Zeitspektrum und seien so von großem dokumentarischem Wert.
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