Ruth Klüger

Was Frauen schreiben

Cover: Was Frauen schreiben
Zsolnay Verlag, München 2010
ISBN 9783552055094
Gebunden, 272 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

"Frauen lesen anders" - das behauptete die große Schriftstellerin Ruth Klüger in ihrem berühmten Buch. Nun geht sie der Frage nach, ob Frauen auch anders schreiben. Werfen sie einen "Blick aufs Leben durch anders geschliffene Gläser"? Antwort sucht sie in Werken von so unterschiedlichen Autorinnen wie Herta Müller und Nadine Gordimer, Erika Mann und J. K. Rowling, Slavenka Drakulic, Doris Dörrie, Margaret Atwood und vielen anderen. Ruth Klügers Kanon: Eine Literaturgeschichte aus Sicht der Frau.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 08.01.2011

Ruth Klügers Buchbesprechungen, die nun in dem Band "Was Frauen schreiben" zusammengestellt sind, schätzt Rezensentin Katharina Granzin als "intelligent geplaudert". Sie hebt hervor, dass die Autorin zwar keine spezifisch weibliche Schreibweise sieht, wohl aber spezifisch weibliche Inhalte und Themen. So konstatiert sie dann auch einen inhaltlichen Bezug auf Gender-Aspekte bei den rezensierten Büchern. Wer sich ästhetische Beurteilungen oder Analysen erwartet, dürfte nach Ansicht von Granzin allerdings enttäuscht werden. Klügers Buchbesprechungen haben für sie eher den Charakter von Beschreibungen, Empfehlungen, Nacherzählungen. Das freilich macht die Autorin ihres Erachtens ganz exzellent. Granzin konstatiert bei Klüger eine Vorliebe für Krimis und auch Harry Potter findet das Wohlgefallen der amerikanischen Germanistin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.01.2011

Rezensentin Ingeborg Harms weiß diesen Band mit Essays von Ruth Klüger über Literatur von Frauen zu schätzen. Wie sie berichtet, interessiert sich Klüger für weibliche Literatur , weil Autorinnen oft immer noch unterschätzt werden, aber auch wegen ihres anderen Blicks. In den Essays ist Harms nicht nur der Philologin Klüger begegnet, sondern auch der jüdischen Überlebenden der deutschen Konzentrationslager begegnet, was etwa in Auswahl, Kommentaren und der Parteilichkeit für die Opfer zum Ausdruck kommt. Der andere, weibliche Blick von Autorinnen macht sich in Harms Augen nicht so sehr im Stil bemerkbar, sondern in der "Natur der Krisen", die Schriftstellerinnen thematisieren. In diesem Zusammenhang hebt sie Klügers Präferenz für realistische Stoffe hervor, ihr Interesse an Vertriebenen- und Emigrantenschicksalen, Ehedramen und ähnlichem. Harms attestiert der Autorin nicht nur eine besondere Autorität gerade im Blick auf Romane, die sich mit dem Thema Auschwitz befassen, sondern auch einen gelegentlich "eigenwilligen Geschmack", erweist sich Klüger doch als Krimi- und Harry-Potter-Fan.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.09.2010

Rezensent Oliver Pfohlmann begrüßt Ruth Klügers neuen Band, der über sechzig Rezensionen der Germanistin aus Zeitungen und Zeitschriften seit 1994 versammelt. "Was Frauen schreiben" zeigt für ihn auf anregende Weise, was Frauen so schreiben: psychologisch ausgefeilte Krimis, sensible Biografien, große Literatur. Erfreut stellt Pfohlmann fest, dass Klüger eine Lust-Leserin ist, die sich für die Harry-Potter-Romane J. K. Rowlings ebenso begeistern kann wie für die Sprachartistik einer Herta Müller. Wie er hervorhebt, versteht Klüger Literatur von Frauen als Medium, "weibliche Lebenswelten" kennenzulernen und als "Identifikationsangebot an weiblichen Figuren". Pfohlmann schätzt insbesondere den sicheren Blick Klügers und ihre "erfrischenden Urteile". Etwas bedauerlich findet er nur, dass die Texte chronologisch angeordnet sind und nicht thematisch gebündelt.
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