Die Deutsche Arbeitsfront (DAF), mitgliederstärkste Organisation des Dritten Reiches, besaß einen riesigen Unternehmenskomplex, der mit bis zu 200.000 Arbeitnehmern und einem Umsatz von ca. 2 Mrd. Reichsmark im Jahr zu den größten deutschen Konzernen gehörte. Dieses Unternehmenskonglomerat war vor allem im Bank- und Versicherungsgewerbe, im Bau- und Wohnungswesen, im Verlagswesen und Buchhandel, im Automobil- und Schiffsbau sowie im Einzelhandel tätig. Dazu gehörten Unternehmen wie die "Neue Heimat", das spätere VW-Werk oder der Langen-Müller Verlag. Rüdiger Hachtmann stellt die rasante Entwicklung der einzelnen Konzernteile zwischen 1933 und 1945 dar und skizziert ihre Vorgeschichte sowie Entwicklungen nach dem Krieg.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.07.2012
Ausführlich widmet sich Joachim Scholtyseck Rüdiger Hachtmanns Studie zum expansionsfreudigen Wirtschaftsimperium der Deutschen Arbeitsfront, kurz DAF. Leider beschränkt sich der Rezensent vor allem auf die Nacherzählung der vom Autor vorgelegten Arbeit. Die nähere Erklärung seiner Eingangsbemerkung, Hachtmann biete kein reines Lesevergnügen, bleibt er hingegen schuldig. Wie sich die DAF 1933 im Zuge ihrer Politisierung unter ihrem Leiter Robert Ley aus der "Konkursmasse" christlicher Gewerkschaften bereicherte etwa sowie viele andere, dem Rezensenten bislang nur bruchstückhaft bekannte Aspekte der DAF-Wirtschaft vermag der Autor Scholtyseck zwar detailliert auseinanderzusetzen, ebenso, wie sich das Denken der DAF nach dem Ende des Dritten Reich fortsetzte. Über Form und Strukturierung der Studie erfahren wir aus der Besprechung allerdings nichts.
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