Jürgen Teipel

Verschwende Deine Jugend

Ein Doku-Roman zum deutschen Punk und New Wave
Cover: Verschwende Deine Jugend
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783518397718
Taschenbuch, 280 Seiten, 10,00 EUR

Klappentext

Mit einem Vorwort von Jan Müller und zahlreichen Abbildungen. In diesem Buch zum deutschen Punk und New Wave erzählen alle wichtigen Protagonisten der Szene, wie durch die englische Punk-Explosion von 1977 zum erstenmal auch eine deutschsprachige Popkultur möglich wurde, wie Musik und Haltung der "Neuen Welle" auf Literatur und Malerei ausstrahlten und wie diese blühende Subkultur in der Funkultur der "Neuen Deutschen Welle" ihr Ende fand. In diesem Buch kommen nicht nur Bands wie Fehlfarben, DAF oder Abwärts zu Wort und Popmusiker wie Campino, Blixa Bargeld oder Nina Hagen, sondern auch über Punk sozialisierte Künstler wie Christoph Schlingensief, Ben Becker oder Markus Oehlen und Popmusiker von heute wie Westbam oder Jan Müller von Tocotronic.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 04.05.2002

Für "spannender als einen Kriminalroman" hält Rezensent Stefan Rohmig Jürgens Teipels "Verschwende Deine Jugend". Über drei Jahre hinweg habe Teipel für seine Suche nach den Ursprüngen von Punk und New Wave in Deutschland recherchiert und Interviews mit gut hundert Musikern, Szenegrößen, Leitfiguren, Labelbetreibern und Pionieren geführt, die die neue deutsche Musikszene maßgeblich geprägt haben, berichtet Rohmig beeindruckt. Er hebt hervor, dass man in Teipels Buch auch ohne die behandelte Musik - von "Abwärts" über die "Einstürzenden Neubauten" bis zu "ZK" ist alles vertreten, was Rang und Namen hatte- zu kennen oder zu mögen, ein Porträt der Generation (oder eines Teils davon) der heute 35- bis 45-Jährigen entdecken kann. Insgesamt kann Teipel laut Rohmig fesselnd zeigen, was in der Aufbruchsphase zwischen 1977-1981 alles möglich war, und welche Nachwirkungen davon heute noch in der Medien- und Musikszene zu spüren sind.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 03.01.2002

Für einen popliterarisch angehauchten "Doku-Roman", wie der Untertitel es suggeriert, hält Jörg Heiser das Buch beileibe nicht, da kann der Autor noch so sehr um dramatische Strukturierung bemüht sein. Als Geschichte des Punk aber scheint es ihm durchaus bemerkenswert. Vor allem die veritable Materialmenge von tausend Stunden Interviews hat den Rezensenten beeindruckt. Zwar stößt er auf reichlich Redundanz, wenn Teipels Gesprächspartner "immer wieder die gleiche stumpfsinnige Geschichte von Abgrenzungsscharmützeln, Kampftrinken und Saalschlachten" zu besten geben ("Die ganze Szene muss von Gruppenparanoia durchdrungen gewesen sein"), spannend aber erscheint ihm der vielstimmige Chor, sobald er die älteren Protagonisten dabei belauschen kann, "wie sie sich vielleicht zum ersten Mal Klarheit über ihre frühen Triumphe und späteren Zusammenbrüche verschaffen".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.12.2001

Nadja Geer hat "Verschwende Deine Jugend" mit sichtlichem Vergnügen gelesen. Zu einem "herrlichen Auskunftsbüro" habe der Autor Erinnerungen von Musikern, Helden und Kennern des Deutschen Punk und New Wave zusammengetragen. In diesem Buch werde nicht nur die Realität einer Jugend vor Augen geführt, die sich auf Biegen und Brechen von der bundesrepublikanischen Spießerwelt abgrenzen wollte, wie die Rezensentin schwärmt, sondern auch ihr Abgleiten in die Seichtheit. Und man erfährt, notiert Geer, dass die Kultband der frühen Achtziger, die "Deutsch-Amerikanische Freundschaft" "den Mussolini" und "den Adolf Hitler" tanzte, oder "dass bei Blixa Bargeld, Chef der Einstürzenden Neubauten, vollgepisste Jogurtbecher neben dem Bett standen".

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.11.2001

Der Titel des "Doku-Romans", berichtet Rezensent Aram Lintzel, ist einem Lied der Düsseldorfer Gruppe DAF entnommen, Zitate von 77 Künstlern hat der Autor Teipel zu einer "Oral History" der Zeit von 1976-1983 zusammengefügt. Ben Becker und Campino erklärten dort den Punk. Dort erfährt man, dass in den deutschen Punk-Proberäumen englische Popkultur goutiert wurde; der deutschsprachige Pop sei von jeher eine "Aneignungskultur" gewesen. Laut Rezensent hätten Punk und Pop ähnliche Ziele. Beide wollten bestehende Traditionen vernichten. Teipel hat aus der Sicht des Rezensenten das Problem gut gemeistert, dass sich Begebenheiten aus dem Pop/Punk-Spektrum grundsätzlich einer "linearen Geschichtsschreibung" verweigern.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.10.2001

Die im Buch verwendete "bewährte Form" der Interview-Montage scheint Karl Bruckmaier in seiner Rezension gleich noch einmal austesten zu wollen. Von einem "großen Buch über die Jahre des Punk und der Neuen Deutschen Welle ist da die Rede," dann folgt eine Art "best of"-Teipel: Von 1981, als die Stars der Hitparade Roland Kaiser und Paola hießen, über '82, als Punk zum Marketingkonzept wurde, bis zum Ende des NDW-Sommers mit Nena als Ausklang. Aber das wollen wir, wenn das Buch, dieser "sich oft widersprechende, aber nachvollziehbare Monolog einer Generation" wirklich so "atemberaubend spannend" ist, wie der Rezensent es beschwört, dann lieber von Teipel hören.
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