Rüdiger Barth, Hauke Friederichs

Wenn morgen bei uns Krieg wäre

Welche Szenarien realistisch sind - Was wir jetzt wissen müssen - Wie wir uns vorbereiten können
Cover: Wenn morgen bei uns Krieg wäre
Heyne Verlag, München 2025
ISBN 9783453219137
Gebunden, 336 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Wichtige Brücken gesprengt, die Trinkwasserversorgung gekappt, Internet und Mobilfunk ausgefallen, Panikkäufe in den Supermärkten: So könnte es anfangen, wenn der Krieg nach Deutschland käme. Vor Kurzem noch schien ein solches Szenario undenkbar. Nun aber müssen wir uns damit auseinandersetzen. Unsere Bundeswehr und die Geheimdienste bereiten sich bereits konkret auf einen militärischen Angriff Russlands vor. Der Konflikt ist längst da, nicht mit Panzern, sondern in Form von Sabotage, Desinformation und Cyberattacken. Eine Eskalation könnte schwere Gefechte an der Front, Attentate und Raketenangriffe bedeuten. Deutschland würde im großen Maßstab zur Drehscheibe von NATO-Truppen - und damit zur Zielscheibe für den Gegner. Wie wären wir in einem solchen Fall geschützt? Wie würde sich unser Leben verändern? Was könnten wir tun, um zu helfen? 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 19.01.2026

Die beiden Journalisten Hauke Friederichs und Rüdiger Barth haben ein für den Rezensenten Marko Martin höchst überzeugendes Buch über mögliche Szenarien eines durch Putin gewollten Krieges vorgelegt, das ohne Dramatik auskommt, aber mit viel Wissen aufwartet. Im Gespräch mit Militärexperten wird es zwar als unwahrscheinlich geschildert, dass russische Panzer auf deutschen Straßen rollen werden, so Martin, aber, dass die Nato in komplexe Territorialstreits verwickelt und damit gelähmt wird oder hybride Kriegsmaßnahmen gegen Europa zum Einsatz kommen, ist denkbar. Ohne Panikmache zeigen die beiden Autoren auch auf, dass es um die Bundeswehr und die deutsche Infrastruktur nicht gerade perfekt bestellt steht, wie der Kritiker schildert, ihre Lösungsvorschläge beinhalten auch die Vorbereitung des Einzelnen zum Beispiel mit Transistorradios. Am wichtigsten, resümiert Martin, ist aber, dass die europäischen Demokratien stark bleiben und vorausschauend handeln. 

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.10.2025

Das "Kriegsszenarien-Sachbuch" hat gerade Hochkonjunktur, hält Rezensent Robert Probst fest, zwei davon schaut er sich näher an, beide lohnen sich für ihn. Ferdinand Gehringer und Johannes Steger setzen sich in recht trockenem Stil, wie Probst einräumt, mit allerhand praktischen Problemen auseinander: Wir lernen Gesetze kennen, die im Kalten Krieg entstanden sind und bekommen gezeigt, was mit unserem Ersparten passiert, was Desinformation anrichtet, aber vor allem, was die Behörden so geplant haben, wenn der Kriegsfall eintritt. Dynamischere, reportagenhafte Schilderungen liest Probst bei Hauke Friederichs und Rüdiger Barth, die sich nicht scheuen, die zahlreichen Schwächen der Bundeswehr zu benennen. Sie kommen zu dem Schluss, dass Deutschland nicht vorbereitet ist und es wichtig wäre, die Bevölkerung mit angemessener Kommunikation auf die Möglichkeit von Krieg einzustellen, ein Schluss, dem sich Probst nur anschließen kann. 

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