Rudyard Kipling

Kim

Roman
Cover: Kim
Carl Hanser Verlag, München 2015
ISBN 9783446247314
Gebunden, 512 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Andreas Nohl. Der Waisenjunge Kim führt im Indien der 1890er Jahre ein Vagabundenleben. Ohne Hinweise zu seiner eigenen Herkunft beschließt er, einen buddhistischen Lama auf dessen lebenslanger Suche zu begleiten. Auf der Grand Trunk Road, wo Ost und West, soziale und religiöse Gegensätze aufeinanderprallen, stößt er auf disputierende anglikanische und katholische Geistliche, er trifft einen durchtriebenen Pferdehändler und eine reiche Witwe und kommt mit britischen Agenten in Kontakt. Doch dann soll Kim, "Freund aller Welt", selbst als Spion eingesetzt werden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.05.2015

Schon 1901 erschienen und von George Orwell einst als "fast unanständiges Vergnügen" bezeichnet, ist Rudyard Kiplings Roman "Kim" nun in frischer Übersetzung von Andreas Nohl erschienen, freut sich Rezensent Werner von Koppenfels. Der Kritiker folgt dem Titelhelden, dem verwaisten Kind eines irischen Soldaten, durch die Kindheit in den Slums von Lahore, schließlich als Diener eines tibetischen Lama quer durch Indien. Mit stillem Vergnügen lässt sich der Rezensent von Kipling in ein Doppelspiel der Kulturen einbinden, nicht ohne Dunkelheit, List und Tücke, etwa wenn er erkennt, dass das geschilderte friedliche Miteinander aller Religionen und Ethnien nur ein vordergründiges ist. Witz, Spitzbübigkeit und Geheimnis wechseln einander ab und so hat der Rezensent diesen Roman wieder einmal gern gelesen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.05.2015

Mit Vergnügen nimmt sich Tobias Döring diesen Klassiker in neuer Übersetzung durch Andreas Nohl vor. Was er davon hat? Der erstmals 1900 erschienene Text über einen pfiffigen Waisen unterwegs in Nordindien, als vergnügte Reiseerzählung präsentiert von Rudyard Kipling, macht ihm Spaß durch seine Detailfreude, seine Genrebilder, schräge Figuren und seine skurrile Komik. Doch noch mehr. Die neue Übertragung überzeugt den Rezensenten mit keckem Ton, der den zupackenden Optimismus des Autors und die vielen im Text untergebrachten Idiome gut trifft, wie Döring erklärt. Darüber hinaus wird dem Rezensenten klar: Dieser Autor ist einfach ein Meister seines Faches, mühelos beim Vorantreiben der Handlung durch Dialoge. Und dann wird Döring auch noch bewusst, wie sehr diese merkwürdig offene Figur des Kim ein Ahnherr von 007 ist. Wahrlich ein Buch von weltstiftender Macht und Sprache, resümiert Döring.