Rosenkreuz als europäisches Phänomen im 17. Jahrhundert

Frommann-Holzboog Verlag, Stuttgart 2001
ISBN 9783772822063
Gebunden, 275 Seiten, 31,00 EUR

Klappentext

Akten und Beiträge anlässlich des Kongresses in Wolfenbüttel vom 23. bis 25.11.1994, herausgegeben von der Bibliotheca Philosophica Hermetica. Die Bewegung der Rosenkreuzer gehört bekanntlich zu den meistdiskutierten Phänomenen des 17. Jahrhunderts. Und dies schon seit der Veröffentlichung ihrer Manifeste "Fama" und "Confessio Fraternitatis" 1614/1615, die eine heftige und lang anhaltende Debatte auslösten. Die Fragen über die Rosenkreuzer ("Gibt es sie, wer sind sie, woher kommen sie und was wollen sie?") können heute viel präziser beantwortet werden als noch vor dreißig Jahren, als Frances A. Yates ihr berühmtes Buch "The Rosicrucian Enlightenment" verfasste.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.09.2002

Um rosenkreuzerische Literatur und die vielen Geheimnisse, die sich um sie ranken, geht es in dem von der Bibliotheca Philosophica Hermetica herausgegebenen Aufsatzband, und Rezensent Andreas Kilcher kündigt neue Erkenntnisse zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der Rosenkreuzer im Europa des 17. Jahrhunderts an. Er bezeichnet den Band als "wichtigen Beitrag zur historischen und ideengeschichtlichen Aufklärung über eine mythenschwere Bruderschaft".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2002

Der Band ist die schriftliche Fassung einer Wolfenbütteler Tagung, die sich mit den Anfängen der okkulten Rosenkreuzer-Bewegung beschäftigt hat. Veranstaltet wurde sie vom Forschungsinstitut der 18.000 Bände umfassenden Bibliotheca Philosophica Hermetica des Niederländers Joost R. Ritman (der in Martin Walsers Skandalroman "Tod eines Kritikers" eine nicht unwichtige Rolle spielt, wie der Rezensent Roland Kany anmerkt). Die Qualität der Aufsätze ist unterschiedlich: Aufschlussreich, so Kany, sind die Forschungsergebnisse Carlos Gillys, des Bibliothekars von Ritmans Institut, der sehr plausibel machen könne, dass die Urtexte der Rosenkreuzer-Bewegung ausschließlich von Johann Valentin Andreae redigiert wurden. Außerdem räume Gilly mit dem Mythos von der Gleichursprünglichkeit der Baconschen Neuen Wissenschaft und des Rosenkreuzertums auf. Weniger überzeugend scheinen dem Rezensenten Aufsätze, die ihre Sympathie für das okkulte Gedankengut nicht verbergen können, darunter die Einleitung Ritmans. Kany äußert den Verdacht, dass es hier darum geht, dem "Banalen die Aura des Tiefgründigen" zu verleihen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.06.2002

Oft genug gaben die Rosenkreuzer Anlass zu wilden Spekulationen. Dieser aus einem Wolfenbütteler Forschungskolloquium hervorgegangene Sammelband begegnet den "aufreizenden Legenden" dagegen mit "historisch-philologischer Akribie", lobt Rezensentin Claudia Brosseder. Wie Brosseder ausführt, informieren die Verfasser "sehr gründlich" über den tatsächlichen Gründer des Rosenkreuzerordens und zeichnen ausführlich nach, wie sich das deutsche reformerische Gedankengut des Ordens in anderen europäischen Ländern verbreitete. Vor allem Susanna Akermans Beitrag über Johannes Bureus erfreut die Rezensentin. Sie findet darin ein "Meisterstück liebevoller Versenkung". Insgesamt bringt der Band nach Einschätzung Brosseders "viel Neues" über die Entstehung und das zeitgenössische Weiterwirken der Rosenkreuzer. Allerdings bemängelt die Rezensentin das Fehlen einer "gründlicheren Analyse" des bildlichen Materials. Zudem hätte sie sich eine "leichter zugängliche Form der Präsentation" gewünscht, um es der Esoterikszene zu ermöglichen, ihre "eigenen Mythen" in bezug auf den Rosenkreuzerorden einmal zu hinterfragen.
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