In der griechischen Antike trugen Frauen die Verantwortung für umfangreiche und vielfältige Aufgabenbereiche innerhalb des Hauses. Die Planung und Verwahrung der Nahrungsmittel über die erntelose Zeit und die künstlerisch und handwerklich- technisch anspruchsvolle Herstellung der Textilien sind Metiers, in denen sie eine bemerkenswerte Anerkennung erfuhren. Anhand literarischer und bildlicher Quellen beleuchtet die Autorin diese Arbeit der Frauen, die wenig mit der heutigen, oft als langweilig und als lästig empfundenen "Hausarbeit" zu tun hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.09.2006
Rosa Reuthners Studie betreibe eine Art Umwertung der Wertschätzung von Hausarbeit im klassischen Griechenland. Selbst kritische Zeitgenossen wie Jürgen Habermas oder auch Simone de Beauvoir hätten, erinnert Rezensent Richard Pohle, an einem Bild voller Vorurteile gestrickt, ganz zu Schweigen von der Geschichtswissenschaft. Die Autorin erkläre nun kühn und fundiert zugleich die Leistung der Hausökonomie zum wirtschaftlichen Fundament der griechischen Gesellschaft. Als interessanten Beleg verweise sie beispielsweise auf die juristische Behandlung des Ehebruchs. Ein vermeintlich harmloser Verführer der Hausfrau habe deshalb mit der Todesstrafe zu rechnen gehabt, weil dies die materielle Basis der Polis bedroht habe. Im Gegensatz zum Vergewaltiger, der nur gering bestraft worden sei. Die Umdeutung der Autorin erinnert den Rezensenten in ihrer "kritisch-nüchternen" Haltung an Bertolt Brecht. Allerdings ignoriere die Autorin ihrerseits, ohne dass dies den Wert ihrer Arbeit schmälere, die fundamentale Bedeutung der Sklavenarbeit im alten Griechenland.
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