Klappentext

Unter allen Fußballern war Robert Enke eine außergewöhnliche Persönlichkeit im deutschen Tor. Als Talent mit 20 berufen, für den legendären FC Barcelona zu spielen, war er mit 25 ein vergessenes Talent und etablierte sich schließlich, als es fast zu spät schien, noch als Weltklassetorwart. Ronald Reng erzählt von Erfolgen und Misserfolgen, aber vor allem erzählt er die Geschichte hinter dem öffentlichen Menschen: Robert Enke hatte immer ein offenes Ohr für die Sorgen derer, die ihn umgaben. Und blieb selbst nicht verschont von großen Schicksalsschlägen wie dem Tod seiner kleinen Tochter. Sein Freitod berührte und erschütterte Deutschland weit über die Welt des Fußballs hinaus.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.11.2010

Als "mitreißend" und vollkommen frei von Voyeurismus und Sensationslüsternheit feiert Christof Siemes dieses Buch und spricht gar von einem Glücksfall bei der Kombination "von Schreiber und Beschriebenem". Ursprünglich haben, weiß Siemes, Robert Enke und sein Freund Roland Rengs das Buch gemeinsam geplant. Nach Enkes Selbstmord habe Rengs es dann alleine schreiben müssen, "gestützt auf Erzählungen der Witwe und Enkes Tagebuch-Notizen". Minutiös werde das dramatische Leben Enkes zwischen Depression und Hochleistungsdruck geschildert, der es ihm unmöglich machte, sich öffentlich zu seiner Krankheit zu bekennen, was aus seinem Leben ein panisches, entwürdigendes Versteckspiel gemacht habe. Rengs Buch gebe aber auch Einblick in schmutzige Details des Berufsfußballs, menschenverachtende Schachereien und Rücksichtslosigkeit im Umgang mit Zartbesaiteten. All das steht, wie Siemes Rengs' Buch entnimmt, im krassen Gegensatz zu den Funktionärskrokodilstränen an Enkes Grab.