Romeo Rey fragt angesichts eines zunehmend ungezügelteren Kapitalismus nach dem Vermächtnis der Erfahrungen linksgerichteter Kräfte in Lateinamerika, die von einer solidarischen Gesellschaft träumten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.06.2009
Für Eva Karnofsky disqualifiziert sich der Autor mit seinem Buch zur Theorie und Praxis der Linken in Lateinamerika als sachlicher Berichterstatter und trägt sich ein in die Liste europäischer Salonlinker. Karnofsky folgt Romeo Rey zunächst beim Schnelldurchlauf durch die Ahnengalerie linker Vordenker von Augusto Cesar Sandino bis Emiliano Zapata. Bei der weiteren Lektüre stößt sie rasch auf Missverständnisse, die sie der vom Autor anvisierten Kürze der Darstellung anlastet. Die eigentliche "Krux des Buches" besteht für Karnofsky allerdings in Reys Begriff von linker Politik als sozialistischer Revolutionsoper. Über Lula da Silvas Arbeiterpartei und seine (von Karnofsky hochgelobten) Sozialpolitik findet die Rezensentin bei Rey nur wenige Zeilen. Wenn Castros Kuba bei Rey dafür als hochentwickelte Demokratie firmiert, kann Karnofsky nur noch staunen. Auf Recherche, meint sie, können Reys Informationen jedenfalls nicht gründen.
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