Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.04.2002
Dieter Langewiesche stellt ausführlich die Geschichte der Studienstiftung des deutschen Volkes vor, wie sie Rolf-Ulrich Kunze in einer Studie präsentiert, die für Langewiesche nur einen erster Schritt zur Erforschung der deutschen Eliteförderung darstellen kann. Dafür fehlen seiner Meinung nach vergleichende Studien der Vergabepraxis unterschiedlicher Institutionen, vor allem aber auch der Lebenswege der Stipendiaten. Auch in Bezug auf die "Studienstiftung des Deutschen Volkes" - 1925 gegründet und damals noch mit großem D geschrieben - stellt er fest, dass Kunze ausschließlich die programmatischen Ziele der Studienstiftung sowie ihre Verwaltungspraxis untersucht, was nichts über das "Ergebnis ihrer Förderpolitik" aussage. Denn ob diese Stipendiaten, die in Zeiten der Weimarer Republik stärker als in der Nachkriegsbundesrepublik unter sozialen Kriterien ausgesucht wurden, tatsächlich eine eigene Gruppe mit typischen Einstellungen und Lebenswegen gebildet haben, lasse sich aus dieser Studie nicht ableiten, so Langewiesche.
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