Rolf Uesseler

Krieg als Dienstleistung

Private Militärfirmen zerstören die Demokratie
Cover: Krieg als Dienstleistung
Ch. Links Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783861533856
Kartoniert, 488 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich im letzten Jahrzehnt ein Phänomen herausgebildet, das die internationale Politik verändert: die "Neuen Söldner". Sie sind Teil einer Dienstleistungsbranche, die weltweit boomt und mittlerweile über eine Million Angestellte hat. Die als "Private Militärfirmen" agierenden Unternehmen bieten alles an, was mit Krieg und militärischer Intervention zu tun hat: von kämpfenden Einheiten und Computerspezialisten bis hin zur Versorgung der Truppen mit Waffen und Nahrung. Mit diesen Dienstleistern hat sich eine neue Art von Akteuren etabliert, die von den Nationalstaaten kaum mehr kontrolliert werden. Der Autor beschreibt den Aufstieg und die Aktivitäten dieser Firmen und warnt vor den Gefahren, die mit der schleichenden Privatisierung von Krieg und militärischen Interventionen verbunden sind: Aushebelung des Völkerrechts, Unterhöhlung des staatlichen Gewaltmonopols und Entstehen eines rechtsfreien Raumes.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.02.2007

Ein bisschen scheint der Rezensent sich schon zu gruseln angesichts der Studie von Rolf Uesseler. Dass es eine Nachfrage nach privater Dienstleistung auf dem militärischen Sektor gibt, war Thomas Speckmann sicher klar. Wie weit das Spektrum der Kunden auf der "moralischen Skala" reicht und wie weit die Abhängigkeiten in diesem Bereich gediehen sind, scheint ihn allerdings zu überraschen. Was wenn UN und Terrorgruppen beim selben Anbieter anheuern? Dem Text entnimmt Speckmann die Gründe für diesen Trend sowie die Folgen, die ihn schon wieder unruhig werden lassen. Die Entscheidung über Krieg und Frieden findet er einfach zu wichtig, um sie der "militärisch-ökonomischen Logik" privater Firmen zu überlassen.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.05.2006

Der Rezensent Rüdiger Rossig kommt nach der Lektüre von Rolf Uesselers Analyse zu privatisierten Armeen und Sicherheitsdiensten zu einem zwiespältigen Urteil. Einerseits kann man nach Rossigs Einschätzung in dem Buch zahlreiche interessante Fakten nachlesen und dabei beispielsweise erfahren, dass dieses Problem keineswegs auf nur die USA beschränkt ist. Andererseits stellt der Autor seiner Meinung nach Thesen auf, die er nicht belegen kann - zum Beispiel die schon in Buchtitel formulierte Behauptung, dass die moderne Söldnerei die Demokratie gefährde. "Dass er diese These letztlich nicht schlüssig belegen kann, bleibt ein Manko seines hochinteressanten Buches." Nach Rossigs Meinung steht die "offenkundige Staatsgläubigkeit" , die der Autor an den Tag lege, zudem im Widerspruch dazu, dass er mehr Investitionen in staatliche Armeen ablehne. Er unterstellt dem Autor in diesem Zusammenhang offensichtlich auch eine gewisse politische Naivität: "Dass er statt Militärintervention Krisenprävention betreiben will, ehrt Rolf Uesseler."

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.04.2006

Mit Rolf Uesselers Beschreibung der Entwicklung privater Sicherheitsfirmen ist Herfried Münkler einverstanden, mit Uesselers daraus resultierenden Forderungen dagegen weniger. Uesseler hat laut Münkler das Thema zwar nicht entdeckt, hat aber alle Fakten zusammengetragen und sie in einen "größeren Zusammenhang" gestellt. Die Gründe, die Uesseler für den Boom der Sicherheitsfirmen heranzieht - Ende des Kalten Kriegs, Globalisierung der Wirtschaft -, leuchten Münkler durchweg ein. Auch dass Uesseler die Sicherheitsfirmen als Gefahr für die Demokratie beschreibt, hält Münkler für "zutreffend". Doch die als Gegenrezept empfohlene "Krisenprävention" findet er wenig praktikabel.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.03.2006

Udo Scheer stellt das jüngste Buch von Rolf Uesseler über private Militärfirmen vor und zeigt sich über die Fakten, die der Autor in seiner Studie versammelt, erschrocken. Der Autor, "Spezialist für Organisierte Kriminalität" und globaler Wirtschaftsverbrechen, legt eindrucksvoll dar, dass seit dem Zweiten Weltkrieg zunehmend private Firmen mit ihren Söldnern in Kriegen agieren und sich so "unauffällig unentbehrlich machen", erklärt der Rezensent. Er lobt das Buch als "hochaktuelle Studie", die der Autor eingehend recherchiert hat, und er zeigt sich von der "eindringlichen" Warnung Uesselers, Kriege immer stärker in private Hände zu legen, aufgerüttelt. Denn wenn immer mehr Privatfirmen mitbestimmten, "ob und wie" Kriege geführt würden, wanke das staatliche "Gewaltmonopol", pflichtet der Rezensent dem Autor bei. Er ist sich sicher, dass dieses Buch "Aufsehen erregen" wird und lobt es als "faktenreiche Untersuchung", die vor "diesem Trend, der unsere Demokratie gefährdet" sehr "eindringlich" warnt.
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