Rolf Steininger

Südtirol zwischen Diplomatie und Terror 1947 - 1969

3 Bände: Band 1: 1947-1959, Band 2: 1960-1962, Band 3: 1962-1969
Cover: Südtirol zwischen Diplomatie und Terror 1947 - 1969
Athesia Verlagsanstalt, Bozen 2000
ISBN 9788870149975
Broschiert, 2540 Seiten, 109,67 EUR

Klappentext

Herausgegeben vom Südtiroler Landesarchiv. Mit ca. 450 Fotos und 450 Faksimiles. Die Jahre 1947 bis 1969 gehören zu den wichtigsten, interessantesten und aufregendsten in der Nachkriegsgeschichte Südtirols. Damals wurde die Grundlage für das Südtirol von heute geschaffen. Auf der Basis von etwa 100.000 Seiten Dokumenten aus Archiven in Wien, Innsbruck, Bozen, Bonn, München, London, Washington, New York und Rom und umfangreichem Material von privater Seite beschreibt und analysiert der Autor, was sich damals vor Ort und hinter den Kulissen abgespielt hat. Es war ein Kampf, der mehr als zwanzig Jahre dauerte. Diplomatie und Terror waren die Mittel, bis 1969 mit dem -Paket- eine Lösung angeboten wurde. Dieser Kampf war voller Dramatik. Er hat Akteure und Betroffene mehr als zwei Jahrzehnte in Atem gehalten - mit Auswirkungen bis auf den heutigen Tag. Italienische 51-Prozent-Politik, Forderung nach Autonomie und Selbstbestimmung, UNO, Bomben, Attentate, Folterungen, Terroranschläge, Tote, und Prozesse: dies sind nur einige Stichwörter dieser dreibändigen Darstellung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.08.2000

Nach einem langen Abriss der Geschichte Südtirols stellt Reinhard Olt fünf Bücher zum Thema vor, die durch ihre „objektivierbare Betrachtungsweise“ glänzen. Olt findet das imponierend, denn gerade bei Südtirol, so erklärt er, neigen viele Autoren stark zu Parteilichkeit. Der Leser glaubt es sofort, denn auch Olt macht nicht gerade einen objektiven Eindruck, wenn er in seiner Darstellung der jüngeren Geschichte Südtirols die „Verzweiflungstaten“ einiger „beherzter Idealisten“ erwähnt. Gemeint ist damit der ‚Befreiungsausschuss Südtirols’, der den italienischen Staat jahrelang mit Sprengstoffanschlägen terrorisiert hat. Rolf Steininger und Michael Gehlen, den Autoren/Herausgebern der kurz besprochenen Bücher, bescheinigt Olt jedoch, „leuchtende Pfade durch den Dschungel“ subjektiver Meinungen geschlagen zu haben.
1) Rolf Steininger: „Südtirol 1918-1999“
Dieser Band, so Olt, ist für einen „breiteren Leserkreis“ geeignet. Alle wichtigen Daten und Ereignisse in der Geschichte Südtirols würden „übersichtlich“ aufgeführt. Der Band:
2) Rolf Steininger: „Südtirol im 20. Jahrhundert. Dokumente“
enthalte ergänzend alle wichtigen Vertrags- und Verlautbarungstexte wie etwa den Vertrag von 1946, der den Südtirolern nach Jahren der Vereinnahmung durch Italien eine gewisse Autonomie gewährte und den Südtiroler Kindern zugestand, in ihrer Sprache (deutsch) unterrichtet zu werden.
3) Rolf Steininger: „Südtirol zwischen Diplomatie und Terror 1947-1969“. 3 Bände
Bei dieser dreibändigen Ausgabe gerät der Rezensent ins Schwärmen: sie ist von „immenser Materialfülle“, vollgestopft mit unzähligen Details, kurz gesagt, eine „gewaltige Leistung“, die aber nicht unumstritten ist, wie Olt zugibt. Insbesondere die Österreicher sollen es übelgenommen haben, dass Steininger behauptet, die Italiener hätten sich mehr vom Druck der Bundesrepublik Deutschland beeindrucken lassen als von dem Österreichs.
4) Michael Gehler (Hrsg.): „Tirol. Land im Gebirge“
Dieses Buch, so Olt, ist ein „unentbehrliches Nachschlagewerk“ für jeden, der sich über die Geschichte der Teilung Tirols informieren will. Gehler gehe davon aus, dass sich Tirol und Südtirol mit der Zeit auch kulturell unterscheiden werden. Diese These werde mit dem letzten Buch,
5) „Südtirol Chronik. Das 20. Jahrhundert“
„materialreich“ erhärtet, schreibt Olt.
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