Rolf G. Heinze, Sebastian Kurtenbach

Die Wohnkrise

Wie sie Demokratie und Zusammenhalt bedroht
Cover: Die Wohnkrise
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2026
ISBN 9783462055733
Gebunden, 272 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Wohnen ist zur Schicksalsfrage geworden. Was als Problem in den Metropolen begann, ist längst überall zur wichtigsten gesellschaftlichen Krise herangewachsen, die alle Schichten betrifft, den wirtschaftlichen Wandel blockiert und die soziale Schere immer weiter öffnet. Wohnen ist ein Grundrecht - es geht nicht nur um Quadratmeter, sondern um ein fehlendes oder unpassendes Zuhause, was die individuelle Identitätsfindung erschwert. Wenn der Erwerb von Wohneigentum zur reinen Glückssache und Frage der Herkunft wird, verliert das Versprechen von sozialem Aufstieg seine Glaubwürdigkeit, und das Vertrauen auf eine bessere Zukunft schwindet. Dieses Buch analysiert:Die Ursachen: Warum politische Maßnahmen und steigende Staatsausgaben bisher weitgehend verpuffen.Die Folgen: Wie die Wohnkrise unsere berufliche Mobilität hemmt und den gesellschaftlichen Zusammenhalt untergräbt.Der Ausweg: Warum wir neue Allianzen jenseits von rein ökonomischer Steuerung brauchen, um das Fundament unseres Zusammenlebens zu retten.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.09.2026

Rezensent Gerrit ter Horst wirkt genauso ernüchtert wie die Autoren Rolf G. Heinze und Sebastian Kurtenbach: Die Wohnkrise ist nicht mehr aufzuhalten, eher nur mittelfristig abzuschwächen, und sie geht den Menschen an die Substanz. Vor allem beleuchten die beiden Wissenschaftler die Ursachen des Problems. So gibt es deutschlandweit und gerade in großen Städten immer weniger bezahlbaren Wohnraum, weil man sich auf falsche Prognosen verlassen hat: Etwa zunehmende Stadtflucht oder eine abnehmende Bevölkerung, was auch dazu führte, dass Wohnungen teilweise zehntausendfach an US-Investoren "verscherbelt" wurden wie etwa in Dresden, liest der Kritiker bitter. Hoffnung auf Besserung verbreiten die Autoren kaum, verweisen aber immerhin auf die Möglichkeit zur steuerlichen Absetzung der Miete oder einer "Bodenpolitik, die Spekulation eindämmt". Dass Vergesellschaftung aber gar nicht und der Wohnungstausch nur halbgar bzw. unvollständig diskutiert werden, stört den Kritiker, gerade beim wissenschaftlichen Anspruch des Buchs. Stark findet er aber den sehr "klaren" Verweis von Heinze und Kurtenbach darauf, dass die Wohnkrise über nicht weniger als die "Beziehung von Menschen zum Staat" entscheiden wird.